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Fleischmarkt – Bio-Zuschlag ist in Deutschland höher

Bern, 10. August 2016: Der Vergleich der %-Bio-Zuschläge aus den letzten drei Jahren mit Deutschland zeigt, dass sich die Bio-Produktion im Fleischbereich preislich deutlicher von der konventionellen Produktion abhebt als in der Schweiz.


 

In der Produktion und Vermarktung nach biologischem Standard entstehen im Vergleich zur konventionellen Produktion zusätzliche Kosten, welche durch höhere Preise abgegolten werden („Bio-Zuschlag"). Der Vergleich der %-Bio-Zuschläge aus den letzten drei Jahren mit Deutschland zeigt, dass sich die Bio-Produktion im Fleischbereich preislich deutlicher von der konventionellen Produktion abhebt als in der Schweiz.

Eine Ausnahme bildet die Kalbfleischproduktion. Hier ist zu beobachten, dass biologisch produzierte Kälber in Deutschland gegenüber der konventionellen nur geringfügig teurer sind (+2,2 %). In der Schweiz hingegen beträgt der Bio-Zuschlag im Kälbermarkt fast 10 %. Gründe dafür liegen laut deutschen Marktexperten der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (AMI) einerseits im bereits hohen Preis für konventionelle Kälber (betrifft allgemein Fleisch von Rindvieh), weshalb die bereits höhere Zahlungsbereitschaft der Abnehmer weitgehend ausgereizt sei. Andrerseits habe Kalbfleisch generell keine grosse Tradition auf deutschen Tellern und werde vorwiegend für die Produktion von Babynahrung eingesetzt, unabhängig von der Produktionsform.

Betrachtet man die absoluten Zuschläge, bleiben die deutschen Bio-Zuschläge zudem deutlich unter dem Niveau der Schweiz. Die %-Bio-Zuschläge in Deutschland sind deshalb auch durch den Basiseffekt (tiefe konventionelle Preise als Basis) zu erklären. Insbesondere beim Schweinefleisch, als meistproduziertes Fleisch in Deutschland, ist der %-Bio-Zuschlag aufgrund des ständigen Preisdrucks im konventionellen Markt sehr hoch, sowohl in der Produktion als auch im Detailhandel (vgl. untenstehende Grafik). Ausserdem sei laut Experten der AMI das Angebot an Bio-Schweinefleisch in Deutschland knapp (bei vergleichsweise hohem Bedarf) und die Umstellungskosten von konventioneller zu biologischer Produktion beim Schwein und Geflügel deutlich höher als etwa beim Rindvieh, was die Produktion dementsprechend verteuert.

Abschliessend ist anzumerken, dass der Marktanteil biologischer Fleischprodukte am Gesamtmarkt in Deutschland zwar stark wächst, aber nach wie vor sehr tief ist (<2 % Mengenanteil).



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17.03.2016 | 90 kb | PDF


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