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Veröffentlicht am 2. Juli 2026

Thousand Cankers Disease

Thousand Cankers Disease (TCD) ist eine Krankheit von Walnuss- und Flügelnussbäumen, die von dem Pilz Geosmithia morbida ausgelöst wird. Übertragen wird dieser Pilz durch den Walnussborkenkäfer Pityophthorus juglandis, wobei beide Organismen ursprünglich aus dem Südwesten Nordamerikas stammen.

Grosses Bild: Entrindeter Ast einer schwarzen Walnuss (Juglans nigra) mit starkem Befall. Kleines Bild: Walnussborkenkäfer (Pityophthorus juglandis), Überträger des Pilzes Geosmithia morbida.

Steckbrief

Wissenschaftlicher Name: Geosmithia morbida und Pityophthorus juglandis
Trivialname: Thousand Cankers Disease verursacht durch den Pilz Geosmithia morbida übertragen durch den Walnussborkenkäfer Pityophthorus juglandis
Typ: Pilz und Insekt
Einstufung: Quarantäneorganismen (Melde- und bekämpfungspflichtig)
Aktueller Befall in der Schweiz: Nein
Wirtspflanzen: Walnuss- (Juglans spp.) und Flügelnussbäume (Pterocarya spp.)

Weitere Informationen auf:

Erkennung

Aussehen des Schadorganismus

Die adulten Walnussborkenkäfer sind 1.5 bis 1.9 mm lang und gelblich braun. Sie vermehren sich unter der Rinde, wo sie kurze Gänge ins Nährstoffleitgewebe der Pflanzen (Phloem) bohren, um ihre Eier darin abzulegen. In Italien sind die adulten Käfer zwischen Mai und Oktober aktiv, wobei sich zwei überlappende Generationen entwickeln.

Die Überwinterung erfolgt als ausgewachsene Larven, Puppen oder junge, adulte Käfer unter der Rinde. Die Käfer sind sehr kälteresistent und überleben Temperaturen von unter –15 °C.

Der Pilz G. morbida ist ein Wundpathogen, das heisst, er befällt Pflanzen nur über ihre Wunden. Die Sporen des Pilzes haften am Walnussborkenkäfer und werden abgestreift, wenn sich das Tier in die Rinde und das Holz von Walnussbäumen hineinbohrt.

Adulter Walnussborkenkäfer Pityophthorus juglandis sind mit einer Länge von 1.5 bis 1.9 mm sehr klein. Er ist der Überträger des Pilzes Geosmithia morbida.

Wirtspflanzen und Schadbild

Bei befallenen Bäumen welken zuerst die Blätter und verfärben sich gelblich. Danach sterben ganze Zweige und Äste ab und die Baumkrone lichtet sich. Bei einem sehr starken Befall sterben die Bäume mit der Zeit vollständig ab. Bei anfälligen Arten geschieht dies bereits drei bis fünf Jahre, nachdem die ersten Symptome aufgetreten sind.

In der Rinde sind die kleinen Eintritts- und Austrittslöcher des Walnussborkenkäfers sichtbar. Die Bohrgänge sind 2.5 bis 5 cm lang. Entfernt man die Rinde, ist um die Bohrgänge herum dunkles, feuchtes Holz (Canker) sichtbar. Da sich der Pilz um jeden Bohrgang herum ausbreitet, entstehen bei starkem Befall sehr viele einzelne Krebsstellen, daher der Name Thousand Cankers Disease. Der Pilz tötet das Leitgewebe und die Wachstumsschicht (Kambium) der Bäume ab, sodass betroffene Äste nicht mehr mit Wasser und Nährstoffen versorgt werden.

Entrindeter Ast einer schwarzen Walnuss (Juglans nigra) mit Frassgängen des Walnussborkenkäfers.

Verbreitung

Verbreitungswege

Der Walnussborkenkäfer wandert lokal 1.6 bis 3.2 km, kann aber bei starkem Wind während der Flugzeit bis zu 80 km weit verfrachtet werden. Er kann mit befallener und infizierter Rinde, Holz mit Rinde, Holzabfällen oder Pflanzen in Gebiete verschleppt werden, die er auf natürlichem Weg nicht erreichen würde.

In Europa wurden die beiden Erreger erstmals 2013 im Veneto in Italien nachgewiesen. TCD verbreitete sich in Italien schnell in den meisten Regionen Nord- und Mittelitaliens, wie Venetien, Friaul-Julisch Venetien, Lombardei, Piemont, Emilia-Romagna und Toskana. In Frankreich wurde TCD im September 2022 erstmals in der Region Auvergne-Rhône-Alpes auf Schwarznussbäumen (Juglans nigra) nachgewiesen.

Verbreitung in der Schweiz

In der Schweiz wurden bislang noch keine Walnussborkenkäfer gefunden.

Prävention und Kontrolle

Der Walnussborkenkäfer wird in der Schweiz im Rahmen der Gebietsüberwachung durch die zuständigen kantonalen Dienste, an Risikostandorten mittels Pheromonfallen überwacht. Im Rahmen der Pflanzenpasskontrolle sowie bei der risikobasierten Kontrolle von importierten Pflanzen oder pflanzlichen Erzeugnissen erfolgen die Kontrollen durch den Eidgenössischen Pflanzenschutzdienst (EPSD) bzw. durch mandatierte Organisationen.

Im Jahr 2025 wurde Pityophthorus juglandis im Rahmen der Gebietsüberwachung überwacht. Es wurden keine Walnussborkenkäfer gefunden. Die Schweiz gilt somit als frei von Befall.

Überwachung und Befallssituation Pityophthorus juglandis 2025

Weiterführende Informationen

Weitere Themen

Kontakt bei Fragen

Bundesamt für Landwirtschaft BLW
Eidg. Pflanzenschutzdienst EPSD
Schwarzenburgstrasse 165
Schweiz - 3003 Bern