Trockenheit: Bund unterstützt Landwirtschaftsbetriebe
Die anhaltende Trockenheit belastet die Schweizer Landwirtschaft stark. Der Bund unterstützt die Betriebe mit gezielten Massnahmen.
Die anhaltende Trockenheit und die hohen Temperaturen stellen die Schweizer Landwirtschaft aktuell vor grosse Herausforderungen. Auf vielen Betrieben wird das Futter knapp und die Ernteerträge bei den Ackerkulturen fallen tiefer aus. Auch die Situation auf den Alpen ist vielerorts angespannt, weil die Tiere zu wenig Weidefutter oder Wasser haben.
Gezielte Massnahmen
Der Bund unterstützt die Landwirtschaft mit gezielten Massnahmen, um die wirtschaftlichen Auswirkungen der Trockenheit abzufedern:
- Aufgrund der aktuellen Trockenheitssituation erhalten die Betriebe die vollen Direktzahlungen auch dann, wenn einzelne Vorgaben nicht oder nicht vollständig erfüllt werden können (z.B. minimale Futteraufnahme auf Weiden). Für Sömmerungs- und Alpbetriebe gilt zudem, dass Tiere bei Futtermangel früher von der Alp auf den Heimbetrieb zurückgeführt werden dürfen. Die Kantone sind für die Festlegung dieser Ausnahmen zuständig. Weiter haben die Kantone die Möglichkeit, die Hauptzahlung der Direktzahlungen in diesem Herbst früher als üblich zu tätigen.
- Zur Erleichterung der inländischen Futterversorgung hat das Bundesamt für Landwirtschaft die Zölle auf Heuimporte per 1. August 2026 aufgehoben. Zudem kann vom 15. August bis 31. Oktober 2026 Mais zu Futterzwecken, frisch oder siliert, vorübergehend zu reduzierten Grenzabgaben in die Schweiz eingeführt werden.
- Seit 2025 profitieren Bewirtschaftende von einer Verbilligung der Prämien für Ernteversicherungen gegen Schäden durch Trockenheit. Der Bund übernimmt dabei 30 Prozent der Versicherungsprämie;
- Betriebe, die in Folge der Trockenheit in Liquiditätsschwierigkeiten geraten, können zur Überbrückung zinsfreie Betriebshilfedarlehen beantragen.
Massnahmen zur Anpassung an den Klimawandel
Darüber hinaus fördert der Bund die Anpassung der Landwirtschaft an die Auswirkungen des Klimawandels. Im Rahmen der Umsetzung der im September 2023 von BLW, BLV und BAFU publizierten Klimastrategie Landwirtschaft und Ernährung 2050 werden verschiedene Massnahmen zur Klimaanpassung z.B. in den Bereichen Boden und Wasser umgesetzt. So hat der Bund zusätzliche finanzielle Mittel zur Verfügung gestellt, um Bewässerungs- und Wasserversorgungsprojekte auf Landwirtschaftsbetrieben und im Sömmerungsgebiet zu realisieren. Gleichzeitig unterstützt er verstärkt auch die Züchtung robuster, klimaangepasster Sorten. Im Rahmen des Ressourcenprogramms unterstützt der Bund zudem die Landwirtschaft in verschiedenen Projekten bezüglich Wassermanagement oder klimaangepasste Bodenbewirtschaftung. Damit stärkt der Bund die Widerstandsfähigkeit der Schweizer Landwirtschaft gegenüber den Folgen des Klimawandels.
Weiterführende Informationen
Inhaltsverzeichnis
Weitere Themen

Direktzahlungen
Der Bund fördert die gemeinwirtschaftlichen Leistungen der Landwirtschaft mit Direktzahlungen.

OECD-Prüfbericht zum Agrar- und Ernährungssystem der Schweiz
OECD-Bericht zum Agrar- und Ernährungssystem der Schweiz, seinen Stärken und dem Verbesserungspotenzial sowie mit Vorschlägen zur Steigerung der Kohärenz, Nachhaltigkeit und Wirksamkeit der öffentlichen Politik.

Neues BLW-Datenportal
Das Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) hat ein neues Datenportal lanciert: Unter data.blw.admin.ch steht ab sofort ein zentrales Portal für Daten und Analysen zur Schweizer Land- und Ernährungswirtschaft zur Verfügung.