Bio

Covid-19: Hohe Bio-Absätze und steigende Preistendenz

Bern, 18. September 2020: Die Covid-19 Pandemie und die behördlichen Massnahmen zu deren Eindämmung haben das Einkaufsverhalten der Haushalte in der Schweiz in den vergangenen Monaten geprägt. Vor allem zu Beginn der Pandemie im März stiegen die Verkäufe der meisten Nahrungsmittel im Detailhandel stark an, weil die Konsumentinnen und Konsumenten, insbesondere für länger haltbare Produkte, Vorräte anlegten (vgl. Sonderberichte des Fachbereichs Marktanalysen des BLW). Die Schliessung der Gastronomiebetriebe führte während dem Lockdown zu einer Verlagerung des Konsums in die eigenen vier Wände. Doch auch nach den ersten Lockerungen der Massnahmen im Mai waren weiterhin Veränderungen im Einkaufsverhalten feststellbar. Im vorliegenden Bericht werden die Auswirkungen der Covid-19 Pandemie auf die Nachfrage nach Bio-Produkten im Schweizer Detailhandel näher beleuchtet.
 
 
 

Für die Untersuchung der Entwicklung von Bio-Absätzen und Bio-Preisen wurden aus den Bereichen Fleisch, Milchprodukte, Früchte und Gemüse Leader-Produkte ausgewählt. Daneben wird in der Analyse auf Mehl, Kartoffeln und Eier eingegangen. Als Datengrundlage diente das kombinierte Panel aus Konsumenten- und Retail- bzw. Scanningdaten, welches von Nielsen Schweiz erhoben wird.

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Eier

Der Absatz von rohen Bio-Eiern im Detailhandel stieg im März, im Vergleich zum Vorjahresmonat, um fast 25 % an. In den Monaten April bis Juni lag der Absatz jeweils um ca. 20 % höher.Im März war der Absatzanstieg bei den konventionellen Eiern proportional gleich gross, deshalb blieb der Bio-Anteil stabil bei 18,3 %. Im April und Mai sank der Bio-Anteil im Vergleich zum Vorjahr deutlich, was im Wesentlichen mit der relativen Knappheit von Bio-Eiern erklärt werden kann. Diese Knappheit lässt sich neben der Zusatznachfrage der Haushalte im Lockdown, durch die hohe Eiernachfrage über Ostern begründen. Zudem ist bei Eiern eine kurzfristige Produktionsausdehnung nicht möglich, um das Angebot zu erhöhen. Im Gegensatz zu den Nicht-Bio-Eiern konnte die zusätzliche Nachfrage auch nicht über zusätzliche Importe gedeckt werden, womit sich die Marktanteilsverluste erklären.

Die Preise von rohen Bio-Eiern sind während den betrachteten Monaten zwischen 1,4 % und 2,7 % gestiegen im Vergleich zum Durchschnittspreis des entsprechenden Monats der zwei Vorjahre 2018 und 2019. Die Preise der Nicht-Bio-Eier sind weniger stark gestiegen bzw. im April und Mai sogar gesunken, dies unter anderem aufgrund von günstigen Importeiern, welche halfen, die hohe Nachfrage zu decken.

Milch und Milchprodukte

 
 
 

Methodik

Bei den Preisen handelt es sich um Unit Values, d.h. Durchschnittspreise von verschiedenen Artikeln einer Produktkategorie, z.B. Mozzarella. Steigt beispielsweise der Unit Value von Mozzarella, kann dies bedeuten, dass die Preise der verschiedenen Mozzarellaartikel gestiegen sind und/oder dass mehr höherpreisige bzw. weniger tieferpreisige Mozzarellasorten verkauft wurden.



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Letzte Änderung 18.09.2020

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