Früchte und Gemüse

Einkaufen im Ausland wird beliebter

Bern, 21. Juni 2018: Zwischen 2014 und 2017 haben die Auslandseinkäufe im Bereich Früchte und Gemüse zugenommen. 2017 wurden 32 % mehr Früchte, 10 % mehr Gemüse (inkl. Kartoffeln) und 29 % mehr Säfte eingekauft als noch drei Jahre zuvor.
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Anteil Auslands- an Gesamteinkäufen (ø2014-17)
  Einkaufsmenge Einkaufswert
Früchte 3.09% 2.55%
Gemüse 3.81% 2.91%
Säfte 1.39% 1.50%

Die 2017 im Inland eingekauften Mengen stiegen gegenüber 2014 um 7.8 % (Früchte) und 2,1 % (Gemüse) bzw. gingen um 2,3 % zurück (Säfte). Obwohl die Auslandseinkäufe deutlicher gewachsen sind als die Einkäufe im Inland, machen sie weiterhin weniger als 5 % der gesamten Haushaltseinkäufe für Früchte, Gemüse und Säfte aus (siehe Tabelle). Dies zeigt die Analyse der Einkäufe einer repräsentativen Stichprobe von rund 3'000 Schweizer Haushalten, die am Nielsen Konsumentenpanel teilnehmen (siehe Kasten). Die jährlichen Wachstumsraten der Mengen und Haushaltsausgaben sind in der Grafik dargestellt.

Stetig zunehmende Auslandseinkäufe bei Früchten

Während die Früchteeinkäufe im Ausland im betrachteten Zeitraum von Jahr zu Jahr stetig anstiegen, hatten Gemüse und Säfte auch Jahre, in denen die Einkaufsmengen verglichen mit dem Vorjahr zurückgingen. Den grössten Anstieg gab es dabei bei Früchten und Säften im Jahr 2015, in welchem die Einkaufsmengen im Ausland gegenüber dem Vorjahr um 16 % bzw. 21 % anstiegen. Die starke Aufwertung des Frankens zu Beginn 2015 kann hier Anreize zum Einkauf der in Euro gehandelten Auslandsprodukte gegeben haben. Beim Gemüse hingegen gingen die Auslandseinkäufe in dieser Periode etwas zurück. Hier fand im Folgejahr ein beträchtlicher Anstieg der Einkaufsmengen statt (+24 %), welchem dann wiederum ein Rückgang um 9 % folgte.

Das Wachstum der Haushaltsausgaben im Ausland verläuft bei Gemüse ähnlich wie dasjenige der Mengen. Bei Früchten und Säften hatten die Einkaufsmengen zwischen 2014 und 2015 das grösste Wachstum, während ihr Warenwert zwischen 2016 und 2017 das stärkste Wachstum verzeichnete. Aufgrund der höheren Ausgaben für Früchte und Säfte sowie dem Mengenrückgang bei Gemüse kommt es auch, dass 2017 die Durchschnittspreise der eingekauften Produkte bei allen drei Segmenten gegenüber dem Vorjahr angestiegen sind (siehe Grafik).

Auslandseinkäufe bei Gemüse am bedeutendsten

Bei Betrachtung des Anteils der Auslandseinkäufe an den gesamten Einkaufsmengen zeigt sich, dass Auslandseinkäufe im Gemüsebereich bedeutender sind als bei Früchten und Säften. Im Durchschnitt der Jahre 2014 bis 2017 haben die Schweizer Haushalte 3,8 % der Gemüse im Ausland eingekauft. Bei Früchten waren es 3,1 % und bei Säften 1,4 %.

Ein ähnliches Bild zeigt sich bei Betrachtung der Ausgaben für Auslandseinkäufe. Verglichen mit den Mengenanteilen sind die Anteile an den Gesamtausgaben bei Gemüse und Früchten etwas tiefer, bei Säften hingegen etwas höher. Dieser Unterschied zwischen Frischprodukten und Säften lässt sich mit einem Vergleich der Durchschnittspreise von Auslandseinkäufen und Inlandseinkäufen erklären.

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Im Ausland werden teurere Säfte gekauft

Wenig überraschend lag der Durchschnittspreis der im Ausland eingekauften Früchte und Gemüse jedes Jahr deutlich tiefer als derjenige von in der Schweiz eingekauften Produkten. Interessanterweise waren die im Ausland eingekauften Säfte jedoch durchschnittlich meist teurer als Säfte, die im Inland gekauft wurden (Ausnahme 2016). Beim Vergleich der Durchschnittspreise ist zu beachten, dass sich die Zusammensetzung der Produktgruppen unterscheiden kann. So könnte bei den Säften eine Rolle spielen, dass Schweizer Haushalte im Ausland weniger die Säfte des günstigen Preissegments kaufen, sondern mehr nach Markenartikeln suchen, welche dort günstiger als im Inland oder eventuell gar nicht im Inland verfügbar sind.

Insgesamt zeigt sich, dass die analysierten Schweizer Haushalte im Ausland bei frischen Früchten und Gemüsen auf vergleichsweise günstige Produkte zurückgreifen, wohingegen sie bei Säften eher höherpreisige Produkte kaufen.

Das Konsumentenpanel
Am Konsumentenpanel von Nielsen Schweiz nehmen rund 3'000 Haushalte in der Deutsch- und der Westschweiz teil (ohne Tessin). Dabei werden über das gesamte Jahr die Einkaufsdaten jedes Haushaltsmitglieds erfasst. Konkret sind die Mengen und Ausgaben aller eingekauften Produkte von den Haushalten anzugeben.
Bei diesen Angaben wird auch der Einkaufsort erfasst. Dies ermöglicht eine Unterscheidung zwischen Auslands- und Inlandseinkäufen. Einkäufe in Euroländern werden vom Haushalt in Euro angegeben und in der Datenbank von Nielsen in Franken umgerechnet.

Weiterführende Informationen

Letzte Änderung 12.07.2018

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