Land- und Ernährungswirtschaft

Der Schweinemarkt im Wandel

Bern, 1. Juni 2018: Der Konsum von Schweinefleisch ist im vergangenen Jahr auf 22.2 Kilogramm pro Kopf gesunken, was einem Minus von 1,2% entspricht. Neben der sich ändernden Nachfrage hat sich auch die Angebots- bzw. die Produktionsstruktur in den letzten Jahren stark gewandelt. Die Anzahl Betriebe mit Schweinehaltung ging seit 2001 um über die Hälfte zurück, dafür werden pro Betrieb rund doppelt so viele Schweine gehalten.
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Im Zeitraum 2001 bis 2005 wurden pro Betrieb durchschnittlich knapp 47 Tiere gehalten. Im vergangenen Jahr waren es über 94 Tiere, was einem Plus von 102% in den vergangenen 15 Jahren entspricht. Die Zunahme der Anzahl Tiere pro Betrieb hat sich in den letzten Jahren jedoch deutlich verringert. Lag die Zuwachsrate im Zeitraum 2005-2011 bei 6.4%, so lag diese zwischen 2011-2017 bei 3.2%. Eine gegenläufige Entwicklung ist bei den Anzahl Betrieben mit Schweinehaltung zu beobachten, welche von 34'111 auf 16'506 im Jahr 2017 zurückging. Damit hat seit dem Zeitraum 2001 bis 2005 mehr als die Hälfte der Betriebe die Schweineproduktion aufgegeben (-51.6%). Dabei hat sich der Strukturwandel im Zeitraum 2011-2017 im Vergleich zum Zeitraum 2001-2011 deutlich verlangsamt (- 13.1% vs. -44.3%). Der Rückgang der Anzahl Betriebe lässt sich mit einer zunehmenden Spezialisierung der Schweineproduktion erklären, was auch die Verdoppelung der Anzahl Tiere pro Betrieb erklärt.

Tierbestände leicht gesunken

Die totalen Schweinebestände in der Schweiz betrugen im 2017 rund 1.55 Mio. Tiere. Seit dem Zeitraum 2006-2010 sind leicht rückläufige Bestände zu verzeichnen (‑4.9%). Wobei dieser Trend teilweise durch Produktionsschwankungen, bedingt durch den Schweinezyklus, überlagert wird (vgl. auch Marktbericht Fleisch November 2015). Der Rückgang der Schweinebestände ist damit deutlich weniger ausgeprägt im Vergleich mit der Entwicklung der Anzahl Betriebe.

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Luzern mit höchstem Schweinebestand

Die Schweineproduktion in der Schweiz verteilt sich über fast alle Kantone (Ausnahme Basel-Stadt). Die Hauptproduktion findet allerdings im Mittelland statt. Im Kanton Luzern werden am meisten Schweine gehalten. Dort betrug der Bestand im 2017 im Durchschnitt 463 306 Tiere verteilt auf 5 058 Betriebe (nur direktzahlungsberechtigte Betriebe berücksichtigt). Damit leben rund 30 % aller in der Schweiz gehaltenen Schweine im Kanton Luzern (31 % aller Betriebe mit Schweinehaltung). Die vier bedeutendsten Kantone mit Schweinhaltung zusammen – neben Luzern sind dies Bern (249 142 Tiere), Thurgau (188 962) und St. Gallen (185 344) – decken 70 % der inländischen Schweineproduktion ab. Dieser Anteil ist über die Jahre konstant geblieben. Der Anteil der Schweinebetriebe dieser Kantone am Gesamttotal der Schweiz hingegen ist seit der Jahrtausendwende leicht gestiegen (von 69 % auf 70 %).

Die geringsten Schweinebestände weisen die Bergkantone Wallis und Glarus sowie die beiden Stadtkantone Genf und Basel auf.


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Letzte Änderung 31.05.2018

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