Land- und Ernährungswirtschaft

Wachsende Bedeutung des nachhaltigen Konsums in der Romandie

Bern, 18. Dezember 2018: Das Abstimmungsergebnis der Fair-Food-Initiative zeigt einen deutlichen «Röstigraben». In der französischen Schweiz fand das Anliegen im Gegensatz zur Deutschschweiz mit 59.1 % Ja-Stimmen klaren Zuspruch. Dies interessanterweise, obwohl beispielsweise der Bio-Anteil bei den durchschnittlichen Haushaltsausgaben in der Romandie um 0.5 % tiefer ausfällt als in der Deutschschweiz.   
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Die Schweizer Stimmbürgerinnen und Stimmbürger haben am 23. September 2018 die Fair-Food-Initiative mit einem Nein-Stimmen-Anteil von 61.3 % verworfen, wobei sich die vier Westschweizer Stände Waadt, Neuenburg, Genf und Jura für die Initiative aussprachen. In der französischen Schweiz wurde die Fair-Food-Initiative mit insgesamt 59.1 % deutlich angenommen, wohingegen das Vorhaben in der Deutschschweiz mit 67.7 % ebenso klar abgelehnt wurde. Damit zeigt sich ein sehr deutlicher Graben entlang der Sprachgrenze zwischen der Deutsch- und der französischen Schweiz. Dieser Unterschied ist insbesondere im zweisprachigen Kanton Fribourg sehr deutlich zu erkennen (vgl. in der Karte unten die Trennlinie zwischen rosa und hellgrün mitten durch den Kanton Fribourg).

Wie lassen sich diese deutlichen Unterschiede der Abstimmungsresultate zwischen der Deutsch- und französischen Schweiz erklären? Gibt es möglicherweise gewisse Erklärungsansätze, die sich aus dem Lebensmittelkonsum resp. dem Einkaufsverhalten ableiten lassen? Oder hat die Warnung der Initiativgegner vor steigenden Lebensmittelpreise in der Deutschschweiz einfach besser funktioniert?

Mehr Nachhaltigkeit als Initiativ-Ziel 

Die Initiative verlangte, dass der Bund umweltschonende, tierfreundliche und fair hergestellte Lebensmittel fördert. Die entsprechenden Vorgaben für die Schweizer Produktion hätten grundsätzlich auch für importierte Lebensmittel gegolten. Zudem hätten Auswirkungen von Transport und Lagerung auf die Umwelt reduziert und Massnahmen gegen die Verschwendung von Lebensmitteln getroffen werden sollen. Summarisch bestand das grundlegende Ziel der Initiative darin, die Produktion, den Transport inklusive Lagerung sowie den Konsum von Lebensmittel in der Schweiz verstärkt nach Gesichtspunkten der Nachhaltigkeit auszurichten.

Nachfrage nach nachhaltigen Produkten steigt

Die Detailhandelsumsätze von Coop und Migros zusammen für Nachhaltigkeits- und Regionallabel für Lebensmittel und Non-Food-Produkte erreichten im Jahr 2017 rund 7.2 Mia. CHF, was gegenüber 2016 einem Plus von 4.3 % entspricht (vgl. Nachhaltigkeitsberichte 2017 von Coop & Migros). Mit einem Umsatz von über 2.7 Mia. CHF für Bio-Lebensmittel wurde im 2017 ein neuer Höchstwert erreicht (vgl. Marktbericht Bio Q1 2018). Diese Zahlen belegen, dass nachhaltiger Konsum insgesamt einem Bedürfnis der Konsumierenden in der Schweiz entspricht. Weshalb die Fair Food Initiative in der Deutschschweiz letztlich doch deutlich scheiterte, wohingegen diese in der Romandie auf Zustimmung stiess, kann aus diesen Zahlen nicht beantwortet werden.


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Letzte Änderung 07.01.2019

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