Land- und Ernährungswirtschaft

Frischprodukte kosten in der Schweiz deutlich mehr als in Österreich

Bern, 2. März 2017: Um das Preisniveau von Frischprodukten in der Schweiz und in Österreich zu vergleichen, wurden die Ausgaben für einen Warenkorb analysiert. Er entspricht dem monatlichen Bedarf an ausgewählten Lebensmitteln unterschiedlicher Produktgruppen eines Familienhaushalts mit zwei Kindern. Die Auswertung für das Jahr 2016 zeigt, dass dieser Warenkorb in der Schweiz durchschnittlich 93 % mehr kostete als in Österreich, wenn er mit Nicht-Bio-Produkten gefüllt war und 89 % mehr, wenn er mit Bio-Produkten gefüllt war.
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Vergleichbarkeit von Preisen ist schwierig

Wichtig zu beachten ist, dass diese Preisvergleiche immer mit Vorsicht zu interpretieren sind, da die Vergleichbarkeit der Produkte und Preise ihre Grenzen hat. Insbesondere unterscheiden sich die Preiserhebungsverfahren in Österreich (Konsumenten-befragung „Homescan“) und der Schweiz (Preiserhebungen im Detailhandel). So basieren die Schweizer Preise auf den Preisen der meistgekauften Produkte und enthalten, im Gegensatz zu den Preisen aus Österreich, keine Preise von Billiglinien und keine Discountpreise. Damit dürfte die Preisdifferenz effektiv etwas geringer ausfallen.

Grenzschutz äussert sich in höheren Preisunterschieden

Einer der möglichen Gründe für die unterschiedlich hohen Preisdifferenzen innerhalb derselben Produktgruppe könnten die unterschiedlichen Grenzschutzregime sein. So ist beispielsweise der Preisunterschied bei einem stark durch Grenzschutz geschützten Milchprodukt wie Butter deutlich höher als bei Käse, dessen Handel zwischen der Schweiz und der EU komplett liberalisiert ist. Mozzarella, ein eher generisches Produkt, mit einer geringen Preisdifferenz von 19 % resp. 29 % ist ein gutes Beispiel dafür. Beim Emmentaler fällt der Preisunterschied aufgrund der Mehrwertstrategie von Schweizer AOP-Käse höher aus als beim Mozzarella, aber immer noch deutlich tiefer als bei Butter.

Auch bei den Früchten zeigt sich ein deutlicher Unterschied bei den Preisaufschlägen von einheimischen, mittels Grenzschutz geschützten Tafeläpfeln und Importfrüchten wie Bananen und Orangen.

Höhere Standortkosten

Generell sind Standortkosten wie Löhne, Mieten, Boden- und Investitionskosten in der Schweiz über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg deutlich höher als im Ausland, was sich in den Preisen niederschlägt. Wobei die Löhne gerade im Bio-Bereich ein wichtiger Kostentreiber sind. Dementsprechend fällt der Preisunterschied bei Bio-Gemüsen und Bio-Früchten, welche oft mehr Handarbeit benötigen als ihre konventionell hergestellten Pendants, tendenziell höher aus.

Aufgrund unterschiedlicher Kostenstrukturen fallen die Margen im Schweizer Detailhandel höher aus.


Weiterführende Informationen

Letzte Änderung 10.03.2017

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