Koexistenz

Als Koexistenz gilt das gleichzeitige, aber unabhängige Vorhandensein von Anbausystemen mit und ohne GVO. Sie beruht auf einer Vielzahl an Massnahmen.

Was bedeutet Koexistenz?
Der Anbau von GVO wurde in der Schweiz mittels einer Übergangsmassnahme (Moratorium) verboten. Das Gentechnikgesetz bildet den stengen rechtlichen Rahmen, innerhalb dessen GVO hierzulande reguliert sind. Dieser Rahmen wurde ausserhalb des Moratoriums jedoch nie konkret erprobt. Viele Fachleute gehen davon aus, dass er ungenügend sein dürfte, um die Koexistenz sicherzustellen, und einer Anpassung bedarf. Zur Gewährleistung der Koexistenz sind Massnahmen und Regulierungen notwendig, um:

  • das Nebeneinander der konventionellen, GVO- und Bio-Branche sicherzustellen;

  • die Wahlfreiheit der Konsumentinnen und Konsumenten zu wahren (Label, Rückverfolgbarkeit);

  • allfällige den Produzentinnen und Produzenten entstehende Schäden zu verhindern (Haftpflicht);
    und

  • die Branchen in das nationale und internationale Landwirtschaftssystem zu integrieren (Einhaltung internationaler Abkommen).

Entwurf einer Koexistenzregelung
Der Bundesrat führte 2013 eine Anhörung zu einem Entwurf der Koexistenzregelung durch. Eine deutliche Mehrheit der Akteurinnen und Akteure sprach sich für eine Verlängerung des Moratoriums um weitere vier Jahre ab 2017 aus. Eine eingehende Auseinandersetzung mit einer allfälligen Nutzung von GVO in der Schweizer Landwirtschaft läuft derzeit. Die Ergebnisse des Nationalen Forschungsprogramms 59 werden in diese Diskussion mit einfliessen. In einem integrativen Ansatz werden alle Aspekte im Zusammenhang mit der Gesundheit und der Biosicherheit, aber auch spezifische sozioökonomische Aspekte der Schweizer Landwirtschaft analysiert. Ziel ist es, einen rechtlichen Rahmen zu schaffen, der der heutigen Situation gerecht wird und dem wissenschaftlichen Wandel (vgl. Abschnitt «Neue Züchtungstechnologien») und den Entwicklungen auf internationaler Ebene (Nationalisierung der europäischen «Opt-outs»), die zum Zeitpunkt der Entstehung des Gentechnikgesetzes (GTG, SR 814.91) nicht vorhersehbar waren, Rechnung trägt. Ein Teil des Entwurfs befasst sich mit der Einrichtung von GVO-Gebieten, unter Berücksichtigung der Haftpflicht-Grundsätze (Verursacherprinzip), deren genaue Ausgestaltung noch zu definieren ist.

Weiterführende Informationen

Letzte Änderung 23.03.2017

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