Ralstonia solanacearum (Braunfäule, Bakterienwelke)

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Bild: Agroscope

Das Bakterium Ralstonia solanacearum zählt zu den weltweit bedeutendsten und gefährlichsten pflanzenpathogenen Organismen. Der bakterielle Erreger ist insbesondere wegen des aussergewöhnlich breiten Wirtspflanzenspektrums (über 200 Nutz- und Zierpflanzenarten aus über 60 Pflanzenfamilien), des grossen Schadpotentials, seiner Aggressivität und Persistenz sowie der bereits grossen geografischen Verbreitung gefürchtet. Ralstonia solanacearum gilt in der Schweiz als Quarantäneorganismus und wurde im Januar 2017 in mehreren auf Rosen spezialisierten Gärtnereien zum ersten Mal hierzulande nachgewiesen. Das besonders gefährliche Bakterium wurde aus den Niederlanden mit kontaminierten Rosenjungpflanzen in die Schweiz und in weitere europäische Länder verschleppt. Ralstonia solanacearum muss nach Anweisungen des zuständigen Pflanzenschutzdienstes getilgt werden, um eine Ausbreitung des Quarantänebakteriums hierzulande und mögliche Schäden an Kulturpflanzen wie Kartoffeln und Tomaten zu verhindern. Der bakterielle Erreger ist für Mensch und Tier ungefährlich.

Obwohl Ralstonia solanacearum den grössten Schaden in tropischen und subtropischen Regionen verursacht, stellt das Bakterium auch auf dem europäischen Kontinent zunehmend eine grosse Gefahr dar. Neben der in Europa seit längerer Zeit bekannten Braunfäule oder bakteriellen Welke der Kartoffel (durch die Rasse 3 von Ralstonia solanacearum verursacht), kam es in den Niederlanden in den vergangenen drei Jahren zu mehreren Ausbrüchen einer neuen tropischen Variante (Rasse 1) bei Rosen, Kurkuma und Flamingoblumen (Anthurium) in Gewächshäusern. Das Bakterium birgt insbesondere für die Nachtschattengewächse (z. B.  Kartoffeln, Tomaten, Paprika, Tabak und Auberginen) eine grosse Gefahr. Ralstonia solanacearum kann rasch  über Wasser, Erde, Pflanzen, Pflanzenteile und Schnittwerkzeuge verbreitet und auf gesunde Pflanzen übertragen werden. Die Rasse 1 von Ralstonia solanacearum wurde in der Schweiz und in mehreren EU Mitgliedsstaaten bisher jedoch nur in Gewächshäusern nachgewiesen.  

Weitere Informationen über das Bakterium und Antworten zu den wichtigsten Fragen finden Sie auf dem Merkblatt zu Ralstonia solanacearum.

Weiterführende Informationen

Letzte Änderung 22.03.2017

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