Verkaufsmengen der Pflanzenschutzmittel-Wirkstoffe

Bewilligungsinhaberinnen und Importeurinnen von Pflanzenschutzmitteln (PSM) sind gemäss Artikel 62 der Pflanzschutzmittelverordnung (SR 916.161) verpflichtet, die in der Schweiz verkauften PSM-Mengen jährlich zu melden. Auf Basis dieser PSM-Verkaufsmengen erfolgt die Berechnung der in Verkehr gebrachten PSM-Wirkstoffmengen.

Seit 2008 bewegt sich die Gesamtmenge an vermarkteten Pflanzenschutzmittel-Wirkstoffen unverändert bei rund 2200 Tonnen pro Jahr. Eine detaillierte Analyse der Zahlen lässt interessante Schlüsse zu: Zwischen 2008 und 2016 sanken die vermarkteten Mengen an Herbiziden um 225 Tonnen, was einem Rückgang um 27 Prozent entspricht. Dieser Trend ist weitgehend auf die geringeren Verkaufsmengen an Glyphosat zurückzuführen. Auch dass vermehrt auf mechanische Unkrautbekämpfung gesetzt wird, ist eine plausible Erklärung für den geringeren Herbizidverbrauch.
Die vermarkteten Mengen an Kaolin, das in der Schweiz als biologisches Insektizid eingesetzt wird und in der Eurostat-Klassifikation zur Gruppe «Weitere Pflanzenschutzmittel» gehört, stiegen 2015 an und gingen 2016 dann wieder leicht zurück. So wird gegenüber 2008 eine Zunahme um das 13-Fache (+79 Tonnen) festgestellt. Diese Entwicklung lässt sich damit erklären, dass zu Beginn der 2010er Jahre ein neuer Schädling auftrat, der grosse Schäden an Obstkulturen anrichten kann: die Kirschessigfliege (Drosophila suzukii).

 

Neue Darstellung der Daten

PSM-Wirkstoffe werden gemäss der jeweils aktuellen Fassung der Eurostat-Klassifikation in «Hauptgruppen» und den diesen untergeordneten «Produktkategorien» eingeteilt («Harmonisierte Klassifikation der Stoffe» gemäss Anhang III der Verordnung (EG) Nr. 1185/2009 über Statistiken zu Pestiziden; Eurostat). Die übergeordnete Einteilung richtet sich nach dem Verwendungszweck und umfasst die Hauptgruppen «Fungizide und Bakterizide», «Herbizide», «Insektizide und Akarizide», «Molluskizide, «Wachstumsregulatoren» und «Weitere Pflanzenschutzmittel»; die untergeordneten Produktkategorien berücksichtigen die chemischen Eigenschaften der Wirkstoffe.
Aufgrund der neuen Eurostat-Klassifikation sind die bisher publizierten Statistiken mit der aktuellen Statistik nicht vergleichbar. Deshalb nimmt das BLW die Zahlen, die seit 2008 publiziert wurden, nochmals auf. Anders als bei der früheren Klassifikation umfasst die Eurostat-Klassifikation auch nicht klassifizierte Wirkstoffe wie Molluskizide, Rodentizide, Nematizide und Repellentien.

Weiterführende Informationen

Letzte Änderung 24.07.2018

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