Hygiene in der Primärproduktion

Im Lebensmittelrecht bezeichnet die Primärproduktion den Pflanzenbau und die Tierzucht, die für die Herstellung von Lebens- und Futtermitteln bestimmt sind.

Sie umfasst das Lagern und Behandeln von Primärprodukten (d. h. nicht verarbeiteten Produkten) am Erzeugungsort und ihre Beförderung zum Erstabnehmer. Nachgelagerte Prozesse der Verarbeitung, wie beispielsweise das Schlachten von Tieren, Verkäsen von Milch oder Mahlen von Getreide gehören nicht mehr zur Primärproduktion.

Betriebe der Primärproduktion

Alle Betriebe, die in der Primärproduktion tätig sind, müssen beim jeweils zuständigen kantonalen Amt registriert sein. Besteht bereits eine Registrierung, so ist diese ausreichend (Verordnung über Informationssysteme im Bereich der Landwirtschaft). Konkret bedeutet dies, dass:

  • alle landwirtschaftlichen Betriebe, die Direktzahlungen beziehen, Betriebe der Primärproduktion sind;
  • weitere Betriebe, als Betriebe der Primärproduktion registriert werden müssen, beispielsweise gewerbliche Gemüsebauern, Champignon-Hersteller, Bienenzüchter oder Fischzüchter.alle landwirtschaftlichen Betriebe, die Direktzahlungen beziehen, sind Betriebe der Primärproduktion.

Von der Registrierungspflicht ausgenommen sind:

  • Betriebe, die ihre Produkte nur direkt oder über lokale Geschäfte vermarkten;
  • landwirtschaftliche Betriebe unter 0,2 SAK (Art. 5 Direktzahlungsverordnung), die keine Klauentiere, Equiden, Hausgeflügel oder Bienenstände halten (Art. 7 und 18a Tierseuchenverordnung).

Kontrollen

Die Vorgaben für die Primärproduktion sind in der Verordnung über die Primärproduktion und in der Verordnung des WBF über die Hygiene bei der Primärproduktion enthalten. Für die Milchproduktion gelten zusätzliche Bestimmungen, die in der Verordnung des EDI über die Hygiene bei der Milchproduktion verankert sind. Viele Kontrollpunkte werden bereits mit den bestehenden Kontrollen wie den ÖLN- oder den amtstierärztlichen Kontrollen überprüft. Einige Bereiche wie beispielsweise die Rückverfolgbarkeit müssen jedoch zusätzlich überprüft werden. Diese Regelungen stellen sicher, dass die Anforderungen des revidierten EU-Hygienerechts erfüllt werden, das am 1. Januar 2006 in Kraft trat. Seither müssen sowohl die EU-Mitgliedstaaten als auch Drittstaaten, die Lebensmittel in die EU exportieren wollen, diese rechtlichen Auflagen erfüllen. Dies ermöglicht die Teilnahme am gemeinsamen Markt ohne Hygienekontrollen beim Export und bringt für die Landwirtschaft daher zahlreiche Vorteile.

Weiterführende Informationen

Letzte Änderung 06.03.2018

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Kontakt

Bundesamt für Landwirtschaft BLW Fachbereich Produktionssicherheit und Tierernährung
Schwarzenburgstrasse 165
3003 Bern
Tel.
+41 58 462 84 12

Corinne Juge

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