Risiko einer Kontamination durch Dioxine und PCB

Aus der Umwelt oder aus alten, aber heute verbotenen Produkten stammende Kontaminanten wie PCB (polychlorierte Biphenyle), deren Toxizität beinahe derer von Dioxinen (persistenten organischen Schadstoffen) gleichkommt, stellen eine Gefahr für die Gesundheit dar. Sie sammeln sich in erster Linie im tierischen Fettgewebe an. In der Schweiz wurden Untersuchungsprogramme durchgeführt, um den Dioxin- und PCB-Gehalt in Lebensmitteln zu kontrollieren.

Kontrolle Dioxin-und PCB Gehalt

Die PCB-/Dioxin-Analysen, die während des letzten Jahrzehnts im Rahmen der Untersuchungsprogramme in der Schweiz durchgeführt wurden, ergaben beim Fleisch Untersuchungswerte, die teilweise die gesetzlich erlaubten Höchstkonzentrationen beinahe oder ganz überschritten. Es wurden zwei mögliche Ursachenquellen ausgemacht:

  • Punktuelle Quellen: In Ställen vorkommendes Material (z. B. Farben, Fugenmaterial, Isoliermaterial, Hydrauliköl), das aus den Jahren vor 1990 stammt und PCB enthält;
  • Diffuse Quellen: Aufgrund des Eintrags in die Umwelt im Boden vorhandene PCB- und Dioxin-Rückstände. Über das Futter aufgenommene Bodenrückstände führen zu einer erhöhten Kontamination des tierischen Fettgewebes durch Dioxine und PCB.

Risiko einer Kontamination von Lebensmitteln tierischen Ursprungs durch Dioxine und PCB ermitteln und verringern

Punktuelle PCB-Quellen
Um das Verunreinigungsrisiko durch punktuelle PCB-Quellen zu verringern, muss die Wahrscheinlichkeit des Vorhandenseins von verunreinigtem Material in Ställen analysiert werden. Gebäude, die zumindest teilweise aus den 1990er-Jahren oder aus früheren Jahren stammen, können Materialien enthalten, die hohe Mengen an PCB aufweisen, die damals aber zulässig waren. Das gilt auch für alte, in Freilaufställe umgewandelte Anbindeställe, in denen die Tiere in Kontakt mit den alten Oberflächen kommen können. Diese nehmen das PCB auf, indem sie verunreinigte Einstreu fressen oder Farben oder andere Materialien ablecken, die viel PCB enthalten.
Zu den punktuellen Quellen zählen auch ältere Installationen für andere Tierkategorien wie bspw. Geflügel- oder Schweineställe und insbesondere auch Raufutter- oder Kraftfuttersilos.
Um die Risiken im Zusammenhang mit punktuellen PCB-Quellen zu verringern, werden die Installationen saniert bzw. die verunreinigten Materialien entsorgt, oder zumindest verhindert, dass die Tiere diesen Kontaminationsquellen ausgesetzt sind.

Diffuse PCB-Quellen
Die diffusen Dioxin- und PCB-Quellen sind die Folge des Umwelteintrags, der eine Ablagerung auf dem Boden und auf Grünflächen nach sich zieht. Die Tiere kontaminieren sich durch über das Futter aufgenommene Bodenrückstände, wodurch hauptsächlich Tiere betroffen sind, die frisches oder getrocknetes Wiesenfutter fressen. Ausserdem nehmen Tiere mit Auslaufmöglichkeit wie bspw. Geflügel möglicherweise Dioxine und PCB auf, wenn sie in der Erde scharren.
Die Verhinderung einer Kontamination durch Dioxine und PCB erfordert die Minimierung von Bodenrückständen im Futtermittel durch geeignete landwirtschaftliche Praktiken wie bspw. eine ausreichende Schnitthöhe und eine Einbringung von Heu und Silage möglichst ohne Bodenkontakt. Dazu trägt auch eine Bewirtschaftung bei, die beim Wechsel der Weideflächen eine ausreichend dichte Pflanzendecke und eine genügende Schnitthöhe gewährleistet.

Eine Arbeitsgruppe aus Vertretern des Bundes und der Kantone hat sich mit dieser Problematik befasst: Sie wird einen detaillierten Massnahmenkatalog mit dem Ziel vorschlagen, den Dioxin- und PCB-Gehalt im Fettgewebe von Tieren zu reduzieren.

Letzte Änderung 14.03.2019

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Louis Tamborini

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