Biodiversität

Biodiversität ist für das Überleben und die Entwicklung der Menschheit von existenzieller Bedeutung, insbesondere für die Ernährungssicherheit. Biologische Vielfalt ist eine unverzichtbare Ressource, aber auch ein vielseitiges und zunehmend bedeutendes Produkt der Landwirtschaft in der Schweiz.

Biodiversität und Landschaft

Vernetzte Natur- und Kulturflächen erhalten und fördern den natürlichen Reichtum. Zahlreiche Arten, Rassen und Sorten sind ohne Hege und Pflege nicht lebensfähig, blumenreiche Trockenwiesen verwalden, wenn sie nicht gemäht werden.

Mit einem Drittel der Flächennutzung beeinflusst die Landwirtschaft die Arten- und Lebensraumvielfalt in der Schweiz so stark wie kaum eine andere Tätigkeit, und produziert damit auch Biodiversität.

Darüber hinaus ist die Biologische Vielfalt selbst eine unentbehrliche Ressource für die Landwirtschaft. Denken wir an die Tausenden von Nützlingsarten vom Marienkäfer bis zum Fadenwurm, die die Landwirte bei der nachhaltigen Produktion unterstützen - oder an die Abermillionen von Pilzen und Mikroorganismen, die nötig sind zur Erhaltung der Bodenfruchtbarkeit! Ein breites genetisches Spektrum innerhalb der Arten sichert die Fähigkeit von Kulturpflanzensorten und Nutztierrassen, sich Umweltveränderungen anzupassen und ermöglicht Neuzüchtungen.

Die biologische Vielfalt ist heute weltweit in all ihren Erscheinungsformen gefährdet. Daher hat die UNO das Jahr 2010 zum internationalen Jahr der Biodiversität erklärt. An der Vertragsparteienkonferenz zur Biodiversitätskonvention (CBD) in Nagoya/Japan wurde Ende Oktober 2010 eine neue internationale Strategie verabschiedet, durch deren Umsetzung der weltweite Verlust an biologischer Vielfalt bis 2020 gestoppt werden soll.

Aktionsplan Biodiversität: Bericht zum Handlungsfeld Landwirtschaft

Die Landwirtschaft nutzt die biologische Vielfalt und deren Ökosystemleistungen als Ressource für die Produktion von Lebensmitteln und trägt als grösste Flächennutzerin eine besondere Verantwortung für die Biodiversität. Das Bundesamt für Landwirtschaft BLW hat deshalb die Federführung für die Entwicklung von Massnahmen für das Handlungsfeld Landwirtschaft, eines von insgesamt 26 Handlungsfeldern im Aktionsplan Biodiversität, übernommen. Dieser wird derzeit unter der Leitung des Bundesamtes für Umwelt BAFU erarbeitet.

In einem partizipativen Prozess mit Beteiligung von mehr als 50 Personen aus Landwirtschaft, Forschung und Beratung, Umweltverbänden und Verwaltung wurden Massnahmen für das Handlungsfeld Landwirtschaft erarbeitet. Sie sollen bis 2020 wesentlich zur Erreichung der Ziele der Strategie Biodiversität Schweiz beitragen.

Mit der vom Parlament beschlossenen Agrarpolitik für die Jahre 2014 bis 2017 wird die Förderung der Biodiversität in der Landwirtschaft wesentlich weiterentwickelt. Die Umsetzung der Agrarpolitik 2014-2017 ist damit eine wichtige Massnahme des Handlungsfelds Landwirtschaft im Aktionsplan. Der Bericht zum Handlungsfeld Landwirtschaft präsentiert ausserdem fünf ergänzende und zeitlich über 2017 hinaus gehende mögliche Massnahmen. Diese setzen unter anderem an bei der Weiterentwicklung spezifischer Instrumente zur Biodiversitätsförderung in Ackerbaugebieten, bei der Förderung von biodiversitätsschonenden und -fördernden Produktionsformen, bei der landwirtschaftlichen Bildung und Beratung sowie bei der Unterstützung der Eigeninitiative der Landwirtinnen und Landwirte.

Für das Bundesamt für Landwirtschaft steht ein vielfältiges, nachhaltig fruchtbares und produktives Agrarsystem im Vordergrund. Die Erhaltung und Förderung der biologischen Vielfalt ist eine wichtige Voraussetzung dafür. Eigenverantwortung und Initiative der Landwirtschaft sind deshalb mit dauerhaften Anreizen so zu stärken, dass die Ziele im Bereich Biodiversität erreicht werden.

Die vorgeschlagenen Massnahmen sind das Ergebnis eines partizipativen Prozesses im Handlungsfeld Landwirtschaft. Entsprechend wird nicht jede Massnahme von jedem Akteur unterstützt. Mögliche neue Instrumente sollen im Rahmen der Weiterentwicklung der Agrarpolitik für den Zeithorizont nach 2017 konkretisiert und praxistauglich umgesetzt werden. Dabei ist der Finanz- und Ressourcenbedarf für die Umsetzung der Massnahmen sowie die Auswirkungen auf das Einkommen der Bauernfamilien genauer zu eruieren.

Die Massnahmenvorschläge aus allen 26 Handlungsfeldern des Aktionsplans Biodiversität werden nun konsolidiert und zusammengeführt. Der sektorübergreifende Aktionsplan wird dem Bundesrat im Mai 2014 unterbreitet.

Weiterführende Informationen

Letzte Änderung 23.03.2017

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Kontakt

Bundesamt für Landwirtschaft BLW Fachbereich Agrarumweltsysteme und Nährstoffe
Mattenhofstrasse 5
3003 Bern

Samuel Vogel

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