Energie

Die Energiepolitik der Schweiz wird neu ausgerichtet. Energie soll vermehrt eingespart und erneuerbar produziert werden. Auch die Landwirtschaft kann einen Beitrag dazu leisten: In der Verbesserung der Energieeffizienz und der Produktion von Strom und Wärme aus Biomasse, Wind- und Sonnenenergie liegen ungenutzte Potenziale.  

Energie

Die Produktion von Lebensmitteln benötigt Energie. In erster Linie Brenn- und Treibstoff sowie Elektrizität für den Betrieb und die Nutzung landwirtschaftlicher Maschinen und Gebäude. Dazu kommt die indirekte oder graue Energie, also die Energiemenge, die zur Herstellung der Produktionsmittel (Bsp. Futtermittel, Dünger) und der Infrastruktur (Bsp. Maschinen, Gebäude) benötigt wird.

Der grösste Teil der heute verwendeten Energie stammt von fossilen Brenn- und Treibstoffen. Zur Stromproduktion in Kernkraftwerken wird Uran benötigt. Beides sind beschränkte und nicht erneuerbare Energiequellen. Deren Gewinnung und Förderung ist mit grossen Umweltbelastungen verbunden. Zur Reduktion der Abhängigkeit von endlichen Energieträgern kann einerseits die Effizienz gesteigert werden (Einsparung) und andererseits neue erneuerbare Energieträger genutzt werden (Substitution).

In der Schweizer Landwirtschaft wird heute etwa 2.5mal mehr Energie für die Produktion eingesetzt als in den geernteten Agrarerzeugnissen enthalten ist. Rund 1500GWh Wärme und 40GWh Strom werden in der Landwirtschaft gegenwärtig aus erneuerbaren Quellen produziert. Der grösste Anteil davon stammt aus der Nutzung von Biomasse, entweder der Holzverbrennung oder aus der Vergärung in landwirtschaftlichen Biogasanlagen. Die Nutzung von Umweltwärme und der Sonnenkollektoren (meistens für die Heutrocknung) hat je einen Anteil von rund 7% an der Wärmeproduktion. Die Stromproduktion mittels Photovoltaik und Nutzung der Windkraft ist in den letzten 10 Jahren stark gestiegen, macht aber ebenfalls noch einen bescheidenen Anteil der landwirtschaftlichen Energieproduktion aus.

Ausbau der Energieproduktion

Für die Land- und Forstwirtschaft kann der Ausbau der erneuerbaren Energien einen interessanten zusätzlichen Produktionszweig darstellen. Synergien mit der Nutzung von Natur und Landschaft können entstehen, wenn bestehende Infrastrukturen zusätzlich zur Energiegewinnung genutzt werden (z.B. Solardächer auf bestehenden Landwirtschaftsgebäuden) oder anfallende land- und forstwirtschaftliche Neben- und Abfallprodukte energetisch genutzt werden (z.B. Gülle, Holzernterückstände). Allerdings sind mögliche Nachteile für die Landschaftsqualität, die Biodiversität und die Umwelt zu beachten. Besonders problematisch sind: Neubauten oder Neuanlagen mit entsprechenden Erschliessungen in der freien Landschaft, eine Intensivierung der land- oder forstwirtschaftlichen Bewirtschaftung zu Energieversorgungszwecken oder eine Auslagerung der Produktion ins Ausland durch Flächenkonkurrenz. Der angestrebte Ausbau der Nutzung erneuerbarer Energien muss an die Raumplanung gekoppelt werden. So können eine weitere Zersiedelung und ein Ausufern technischer Anlagen in der freien Landschaft vermieden werden. Durch
eine nationale Planung von Vorrang- und Ausschlussgebieten können einerseits die Energienutzung in geeigneten Gebieten erleichtert und anderseits besonders schutzwürdige Natur- und Landschaftswerte erhalten werden. Auf Flächen für den Anbau von Biomasse, insbesondere den Böden gemäss Sachplan Fruchtfolgeflächen, hat die Nahrungsmittelproduktion Priorität.

Weiterführende Informationen

Letzte Änderung 05.03.2018

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Kontakt

Bundesamt für Landwirtschaft BLW Fachbereich Agrarumweltsysteme und Nährstoffe
Schwarzenburgstrasse 165
3003 Bern

Daniel Felder

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