Pflanzenschutzmittel

Pflanzenschutzmittel (PSM) haben eine zentrale Bedeutung bei der Erhöhung der Produktivität und der Sicherung von Ertrag und Qualität von Futter- und Lebensmitteln. Damit PSM wirksam sind, müssen sie biologisch aktiv sein. Sie können deshalb auch negative Nebeneffekte auf andere Organismen haben als diejenigen, die bekämpft werden sollen.

Pflanzenschutzmittel

Der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln trägt neben der Pflanzenzüchtung und der Düngung wesentlich zur Höhe des Ertrages der landwirtschaftlichen Produktion bei. Je nach Kultur und Produktionssystem ist der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln unterschiedlich. So werden beispielsweise auf Grund des grösseren Schädlings- und Krankheitsdruckes beim Obst- und Gemüsebau häufiger Pflanzenschutzmittel eingesetzt als beim Anbau von Getreide. Pflanzenschutzmitteln können durch verschiedene Transportpfaden (z.B. Drift, Abschwemmung) in andere Ökosysteme gelangen und dort Pflanzen oder Tiere schädigen.

Um solche Risiken zu reduzieren wird eine Reihe von Massnahmen ergriffen:

  • Vor der Zulassung wird das ökotoxikologische Risiko geprüft. Pflanzenschutzmittel werden nur zugelassen, wenn sie bei vorschriftsmässigem Umgang keine unannehmbaren Nebenwirkungen auf Mensch, Tier und Umwelt haben.
  • Das Risiko durch den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln wird durch räumliche und andere spezifische Einsatzverbote sowie durch die Aus- und Weiterbildung der Landwirte weiter reduziert.
  • Anreize für die Reduktion des Pflanzenschutzmitteleinsatzes und für einen nachhaltigen Pflanzenschutz bestehen im Ökologischen Leistungsnachweis ÖLN und Fördermassnahmen wie Produktionssystembeiträgen dem Ressourcenprogramm und Gewässerschutzprojekten.
  • Ein Monitoring verfolgt die Entwicklung bei Pflanzenschutzmitteln. Dazu gehören die Erfassung der Verkäufe von Pflanzenschutzmittel und des Einsatzes von Pflanzenschutzmitteln, die Modellierung des Risikos durch den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln und schliesslich die Bestimmung von Pflanzenschutzmitteln im Wasser.
  • Forschung: Agroscope und weitere Forschungseinrichtungen erarbeiten Grundlagen und Empfehlungen, um den Pflanzenschutzmitteleinsatz zu reduzieren, beispielsweise durch Prognosen und Warndienste, nicht -chemischer biologische Pflanzenschutzmassnahmen, Vorbeugung und Überwachung neuer Krankheiten und Schädlinge sowie durch Pflanzenzüchtung und Sortenprüfung.
  • Die Kantone sorgen dafür, dass eine Fachberatung für die Verwendung von Pflanzenschutzmitteln angeboten wird.
  • Im Rahmen des Postulates Moser vom 16. März 2012 (12.3299) wurde die Erarbeitung eines Aktionsplans zur Risikoreduktion und nachhaltigen Anwendung von Pflanzenschutzmitteln beschlossen.

Weiterführende Informationen

Letzte Änderung 05.03.2018

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Schwarzenburgstrasse 165
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Ruth Badertscher

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