Frauen in der Landwirtschaft

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Frauen prägen die Landwirtschaft mit ihren vielfältigen Tätigkeiten in Haus und Hof massgeblich mit.

Die Bedeutung der Frauen für die Landwirtschaft ist gross. So nehmen sie Aufgaben im Haushalt und bei der Erziehung der Kinder wahr, arbeiten oft auch auf dem Betrieb oderpflegen die (Schwieger-) Eltern. Viele haben zudem eine Erwerbstätigkeit ausserhalb der Landwirtschaft und engagieren sich auch in der Freiwilligenarbeit.

Die Rolle der Frauen im Betrieb ist sehr unterschiedlich: Die einen sind Betriebsleiterinnen und haben dabei die alleinige Verantwortung für den Betrieb, andere teilen sich diese Verantwortung mit einem Partner, wieder andere helfen bloss ab und zu auf dem Betrieb mit und manche Frauen halten sich ganz von der betrieblichen Arbeit fern.

Die rechtliche Stellung der Frauen in der Landwirtschaft setzt sich, wie auch bei den Männern in der Landwirtschaft, zusammen aus:

  • Personenstand sowie Güterstand und Haftung (bei verheirateten Frauen),
  • Sozialversicherungsrechtlicher Status (AHV-Status) bzw. arbeitsrechtliche Stellung,
  • Betrieblich-rechtliche Stellung und Haftung, sowie
  • Eigentumsverhältnisse.

Von den im Jahre 2019 insgesamt 150‘100 beschäftigten Personen in der Landwirtschaft waren gut 54‘000 Frauen (36 %), davon knapp 3‘300 Betriebsleiterinnen. Die meisten Frauen in der Landwirtschaft sind verheiratet, i.d.R. wird der Betrieb vom Ehemann geführt und ist auch in seinem Eigentum.

Der wöchentliche Zeitaufwand der Frauen setzte sich im Sommer 2012 (aktuellste Zahlen) wie folgt zusammen: Für den Haushalt im Mittel 24 Stunden, 11 Stunden für die Kinderbetreuung, 3 Stunden für die Pflege von alten oder kranken erwachsenen Personen sowie 6 Stunden für Garten- und Umgebungsarbeiten. Weitere Zeit der Bäuerinnen nahmen der Betrieb (22 h), die Administration (4 h) sowie landwirtschaftsnahe Tätigkeiten (4 h) in Anspruch. Der Zeitaufwand für die ausserbetriebliche Erwerbstätigkeit der Bäuerin betrug im Durchschnitt 8 Stunden pro Woche. Für Freiwilligenarbeit setzten die Bäuerinnen durchschnittlich 3 Stunden pro Woche ein.

Meist keine Entlöhnung für die betriebliche Mitarbeit

Die Mehrheit der Frauen sind unbezahlte mitarbeitende Familienmitglieder. Mehr und mehr haben jedoch ein eigenes AHV-Einkommen, sei es aus einer ausserbetrieblichen Erwerbstätigkeit, als Angestellte des Betriebes, als selbständige Bewirtschafterin eines Betriebszweigs oder als selbständige Bewirtschafterin eines Bauernbetriebs. Dadurch verbessert sich auch ihre eigene soziale Absicherung.

Nur wenige Studien

Trotz der grossen Bedeutung der Frauen für die Schweizer Landwirtschaft gibt es nur wenige Studien, die sich mit dieser Thematik befassten. Mit der nationalen Studie «Die Rolle der Frauen in der Landwirtschaft», 2002 im Auftrag des Bundesamts für Landwirtschaft durchgeführt, wurden erstmals schweizweit fundierte quantitative und qualitative Daten erhoben. Diese Untersuchung wurde zehn Jahre später, 2012, im ähnlichen Rahmen wiederholt. Nun ist für 2022 wiederum eine grosse nationale Studie, vergleichbar mit jenen von 2002 und 2012, geplant.

Weiterführende Informationen

Letzte Änderung 18.01.2021

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Kontakt

Bundesamt für Landwirtschaft BLW Fachbereich Forschung, Innovation, Evaluation
Schwarzenburgstrasse 165
3003 Bern

Esther Grossenbacher

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