Lebende Pflanzen als Feriensouvenir? Besser nicht!

Bern, 05.07.2018 - Die Sommerferien stehen vor der Tür, die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren. Pässe, Visa, ausländische Währung – an alles muss man denken. Aber Achtung: Bei der Einreise in gewisse Länder werden die Reisenden streng kon-trolliert, damit sie keine pflanzlichen Produkte einführen. Tatsächlich darf Obst und Gemüse oft nicht über die Grenze gebracht werden und wird konfisziert. Auch auf der Heimreise sollten Sie Ihre Feriensouvenirs sorgfältig aussuchen. Bringen Sie in Ihren Koffern keine Pflanzen, Samen oder andere Pflanzenteile mit nach Hause! Es kann passieren, dass Sie Ihr Erinnerungsstück an der Schweizer Grenze lassen müssen.

Die Einfuhr von Pflanzen aus einem Drittland unterliegt strengen Pflanzenschutzbestimmungen. Das bedeutet eine obligatorische Kontrolle durch den Pflanzenschutzdienst bei der Einfuhr oder ein gänzliches Verbot der Einfuhr. Mit diesen Massnahmen soll verhindert werden, dass Pflanzenkrankheiten oder ­schädlinge (Quarantäneorganismen) in die Schweiz eingeschleppt werden. Deshalb empfiehlt der Eidgenössische Pflanzenschutzdienst, ganz darauf zu verzichten, Pflanzen als Reisesouvenirs mit nach Hause zu nehmen.

Zunahme der Verstösse und engmaschige Kontrollen

Der Eidgenössische Pflanzenschutzdienst ist die für die Einfuhrkontrolle zuständige Behörde. Er verfügt über Büros an den beiden wichtigsten Flughäfen der Schweiz: in Zürich und Genf. Die Inspektoren des Eidgenössischen Pflanzenschutzdienstes arbeiten im Frachtbereich der Flughäfen, wo sie jedes Jahr rund 9000 Einfuhren von kontrollpflichtigen Waren kontrollieren. Deshalb übernimmt das Grenzwachtkorps die Kontrollen der Reisenden bei deren Ankunft in der Schweiz. Seit 2016 zeigen die Statistiken nach oben: Bei der Einreise in die Schweiz werden an den beiden grossen Flughäfen immer mehr Verstösse verzeichnet, insbesondere hinsichtlich der Einfuhr von Pflanzen, Samen, Obst und Schnittblumen. Während 2015 noch 213 solcher Fälle verzeichnet wurden, waren es 2017 bereits 233 Fälle. Und 2018 ist zwar erst zur Hälfte um und die Ferienzeit hat noch nicht begonnen, dennoch wurden schon 202 Fälle registriert.

Was kann ich tun, wenn ich dennoch eine Pflanze möchte?

Souvenirpflanzen, nein danke! Wenn Sie für Ihre Ferien oder eine Geschäftsreise in ein Drittland (ausserhalb der Europäischen Gemeinschaft) reisen, sehen Sie davon ab, lebendes Pflanzenmaterial als Souvenir mit nach Hause zu nehmen!

Wer dennoch ein pflanzliches Andenken mitbringen möchte, muss sich vor der Reise unter www.pflanzenschutzdienst.ch über die geltenden Rechtsvorschriften informieren. Ausserdem unterliegen zahlreiche Pflanzen (insgesamt über 25 000 Arten) den Weisungen des Übereinkommens über den internationalen Handel mit gefährdeten Arten freilebender Tiere und Pflanzen (CITES). Sie dürfen nur mit einer Bewilligung des Exportlandes in die Schweiz gebracht werden, siehe www.cites.ch (weitere Informationen im Kasten). Neben einem gültigen CITES-Zeugnis ist oftmals auch eine Einfuhrbewilligung der zuständigen Schweizer Behörden erforderlich.


Adresse für Rückfragen

Andreas von Felten
Leiter der Eidgenössischen Pflanzenschutzinspektoren
Eidgenössischer Pflanzenschutzdienst
Bundesamt für Landwirtschaft BLW
Schwarzenburgstrasse 165, 3003 Bern
+41 (0)58 462 25 90
andreas.vonfelten@blw.admin.ch
www.pflanzenschutzdienst.ch

Jacques Humbert-Droz
Dienststellenleiter
Eidgenössischer Pflanzenschutzdienst Genf Flughafen
Postfach 1089, 1211 Genf 5
+41 (0)58 464 33 88
phyto.geneve@blw.admin.ch

Hanspeter Diem
Dienststellenleiter
Eidgenössischer Pflanzenschutzdienst Zürich Flughafen
Postfach 88, 8058 Zürich Flughafen
+41 (0) 58 469 08 85
phyto.zurich@blw.admin.ch

Jürg Jordi
Mediendienst
Bundesamt für Landwirtschaft
Schwarzenburgstrasse 165, 3003 Bern
+41 (0)58 462 81 28
info@blw.admin.ch


CITES Flora
Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen BLV
Schwarzenburgstrasse 155, 3003 Bern
cites@blv.admin.ch
www.cites.ch



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