eCH-Standards der Fachgruppe AgriFood
DigiAgriFoodCH treibt die Digitalisierung im Schweizer Agrar- und Ernährungssektor voran und schafft mit agridata.ch einen gemeinsamen Datenraum. Die eCH-Standards ermöglichen einen standardisierten und effizienten Datenaustausch zwischen Menschen, Organisationen und IT-Systemen. So können administrative Prozesse vereinfacht und der Aufwand für alle Beteiligten deutlich reduziert werden.

Verein eCH und Fachgruppe AgriFood
Der Verein eCH fördert, entwickelt und verabschiedet Standards im Bereich E-Government. Für eine effiziente elektronische Zusammenarbeit zwischen Behörden, Unternehmen und Privaten.
Die Fachgruppe AgriFood entwickelt und pflegt Datenstandards entlang der gesamten Wertschöpfungskette vom Feld bis zum Teller für den Schweizer Agrar- und Ernährungssektor. Sie wurde 2022 unter dem Namen Fachgruppe Agrardaten gegründet.
Der Fachbereich Datenraum und Datenmanagement des BLW (BLW-FBDD) leitet und unterstützt die eCH-Fachgruppe AgriFood.
eCH-Standards als gemeinsame Grundlage für den Datenaustausch
Datenstandards schaffen eine gemeinsame Grundlage für den Datenaustausch im Schweizer Agrar- und Ernährungssektor. Sie stellen sicher, dass Daten einheitlich beschrieben werden (Datenstandards), Systeme nahtlos kommunizieren (Schnittstellenstandards) und Prozesse aufeinander abgestimmt sind (Prozessstandards). Dadurch wird die Zusammenarbeit zwischen Bund, Kantonen, Gemeinden, Unternehmen und Softwarelösungen ermöglicht – auch über organisatorische Grenzen hinweg.
Beschreibung von Datenstandards
Ein Datenstandard legt fest, wie Daten strukturiert sind und zueinander in Beziehung stehen. Ziel ist, dass unterschiedliche Systeme Daten einfach austauschen und gemeinsam nutzen können. Einheitlich strukturierte Daten verbessern dabei das gegenseitige Verständnis zwischen Systemen.
Beispiele
- Das Minimale Geodatenmodell (MGDM) für landwirtschaftliche Kulturflächen standardisiert die geometrische Erfassung von Agrarflächen und schafft damit die Datengrundlage für den Vollzug und die Berechnung der landwirtschaftlichen Direktzahlungen in der Schweiz.
Schnittstellenstandard
Ein Schnittstellenstandard definiert, wie Daten technisch zwischen verschiedenen Parteien ausgetauscht werden. Grundlage dafür ist ein gemeinsames Datenmodell, das festlegt, welche Informationen in welcher Struktur übertragen werden.
Datenstandards beschreiben somit das «Was» der Daten, während Schnittstellenstandards das «Wie» der Kommunikation regeln. Dazu zählen unter anderem Übertragungsprotokolle, Interaktionsmuster wie REST, GraphQL oder SOAP, die Serialisierung von Daten, Sicherheitsmechanismen sowie die Behandlung von Fehlern.
Beispiele
- Der eCH-0194 Schnittstellenstandard eUmzug beschreibt die Anfrage einer Umzugsplattform an ein System der Einwohnerdienste (Einwohnerregister) oder kantonales Personenregister
- Der ISO 20022 Standard regelt international den elektronischen Zahlungsverkehr.
Prozessstandard
Prozessstandards beschreiben, wie Prozesse durchgeführt werden sollen, damit Ergebnisse für alle Beteiligten vergleichbar, objektiv und nachvollziehbar sind.
Beispiele
- Die Suisse Bilanz ist die schweizweit standardisierte Methode zur Berechnung der Nährstoffbilanz auf Landwirtschaftsbetrieben. Sie stellt sicher, dass alle Betriebe nach den exakt gleichen Regeln kalkulieren, was eine zwingende Grundvoraussetzung für den Ökologischen Leistungsnachweis (ÖLN) ist.
Weiterführende Informationen
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Fachbereich Datenraum und Datenmanagement
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