Sicherheit und multilaterale Zusammenarbeit im Zentrum der Gespräche von Bundesrat Cassis am WEF
Davos, 22.01.2026 — Bei seinen Gesprächen am World Economic Forum (WEF) in Davos legte Bundesrat Ignazio Cassis, Vorsteher des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA), den Fokus auf die Sicherheit und die Stabilität in Europa und im Nahen Osten, die multilaterale Zusammenarbeit sowie den Schweizer Vorsitz der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE).
Ukraine und Sicherheit in Europa
Bei mehreren Gesprächen von Bundesrat Cassis ging es um die Lage in der Ukraine und die europäische Sicherheitsarchitektur. In einem vertieften Austausch mit dem ukrainischen Aussenminister Andrii Sybiha und dem Generalsekretär der OSZE Feridun Sinirlioğlu betonte der EDA-Vorsteher das Ziel eines gerechten und dauerhaften Friedens für die Ukraine. Ignazio Cassis bekräftigte die Überzeugung der Schweiz, dass die OSZE – sobald die Voraussetzungen gegeben sind – eine wichtige Rolle als Dialogplattform spielen kann, um einen Waffenstillstand und dessen Umsetzung vor Ort zu unterstützen.
Friedensförderung, die Rolle der OSZE und die Herausforderungen für die europäische Sicherheit standen auch im Mittelpunkt des Austauschs mit der kanadischen Aussenministerin Anita Anand sowie mit US-Aussenminister Marco Rubio.
Naher Osten
Bei einem Treffen mit dem israelischen Staatspräsidenten Isaac Herzog erörterte Ignazio Cassis die Lage im Nahen Osten. Der Austausch konzentrierte sich insbesondere auf die humanitäre Lage in Gaza, die Umsetzung des Friedensplans sowie die Bedeutung der Fortsetzung des Dialogs zwischen Israelis und Palästinensern im Hinblick auf eine Zweistaatenlösung.
Die von den USA im Rahmen des Gaza-Friedensplans vorgeschlagene Charta des «Board of Peace» wurde sowohl mit dem Staatspräsidenten Israels als auch mit dem Premierminister der Palästinensischen Behörde, Mohammad Mustafa, erörtert.
Mit dem Generalsekretär des Golf-Kooperationsrates (GCC) unterzeichnete der EDA-Vorsteher ausserdem eine Absichtserklärung zur Schaffung eines Konsultationsmechanismus, insbesondere zu gemeinsamen Interessen in den Bereichen Sicherheit, Energie und Wirtschaft sowie zu den Entwicklungen im Nahen Osten und in Nordafrika.
Beziehungen zur EU
Zu Europafragen tauschte sich Ignazio Cassis mit der schwedischen Ministerin für EU-Angelegenheiten Jessica Rosencrantz, dem spanischen Aussenminister José Manuel Albares sowie mit EU-Kommissar Maroš Šefčovič aus.
Mit Letzterem unterhielt sich Bundesrat Cassis über den Stand der Ratifizierungsprozesse des Pakets Schweiz–EU und die nächsten Schritte im Hinblick auf die Unterzeichnung der Abkommen und deren Weiterleitung an die eidgenössischen Räte. Ein weiteres Gesprächsthema waren Handelsfragen im aktuellen geopolitischen Kontext. Bundesrat Cassis übermittelte Maroš Šefčovič seine Dankbarkeit für die rasche Unterstützung der Europäischen Union und ihrer Mitgliedstaaten nach der Tragödie in Crans-Montana.
Multilaterale Zusammenarbeit und internationale Organisationen
Bundesrat Ignazio Cassis nahm am Thementag zum internationalen Genf teil. Er betonte, dass sich die internationalen Organisationen in einer sich verändernden Welt der Notwendigkeit von Reformen durchaus bewusst sind. Der Multilateralismus muss sich anpassen, seine Prioritäten klären und sich wieder auf die Kernaufgaben konzentrieren.
Bei einem Treffen mit Alexander De Croo, dem neuen Leiter des Entwicklungsprogramms der Vereinten Nationen (UNDP), bekräftige Bundesrat Cassis die enge Partnerschaft zwischen der Schweiz und dem UNDP. Er unterstrich die gemeinsamen Prioritäten, namentlich die Armutsbekämpfung, die Förderung von demokratischer Gouvernanz und Rechtsstaatlichkeit sowie die Stärkung der Krisenresilienz. Der Vorsteher des EDA äusserte sich erfreut darüber, dass die Präsenz des UNDP in Genf beibehalten und ausgebaut werden soll, mit Genf als «Crisis Hub» der Organisation, der die Expertise des in Genf ansässigen UNO-Systems nutzt.
Link
Stream der Pressekonferenz von Bundesrat Ignazio Cassis am WEF
https://www.youtube.com/live/PtlJqvVP21k