OECD-Prüfbericht zum Agrar- und Ernährungssystem der Schweiz
Der OECD-Prüfbericht analysiert die hiesige Agrar- und Ernährungspolitik vor dem Hintergrund der Vision der Schweiz für ein nachhaltiges Ernährungssystem bis 2050. Er beurteilt die erzielten Fortschritte, die bestehenden Herausforderungen in den Bereichen Umwelt, Handel und Ernährung sowie die Rolle der Innovation. Darüber hinaus zeigt er auf, wie die Politikkohärenz gestärkt, die Wettbewerbsfähigkeit des Sektors verbessert und eine gesündere sowie nachhaltigere Ernährung gefördert werden können.

Externe Analyse des Schweizer Agrar- und Ernährungssystems sowie seiner Entwicklungsperspektiven
Der OECD-Prüfbericht analysiert das Schweizer Agrar- und Ernährungssystem vor dem Hintergrund der Vision der Schweiz für ein nachhaltiges Ernährungssystem bis 2050. Er untersucht, wie die öffentliche Politik die Transformation des Sektors besser begleiten kann – von der landwirtschaftlichen Produktion bis hin zu den Konsumentenentscheidungen.
Der Bericht hebt hervor, dass die Schweiz über solide Grundlagen verfügt: eine stabile Regierungsführung, eine starke Forschungs- und Innovationsfähigkeit, gut etablierte Konsultationsmechanismen und ehrgeizige Nachhaltigkeitsziele. Diese Elemente sind wichtige Stützen für eine schrittweise Weiterentwicklung des Agrar- und Ernährungssystems.
Die Analyse zeigt aber auch diverse Herausforderungen auf. So wird die Landwirtschaft vom Staat immer noch stark unterstützt und es besteht nach wie vor ein hoher Grenzschutz. Dies trägt unter anderem zu hohen Lebensmittelpreisen bei und kann die Wettbewerbsfähigkeit des Sektors einschränken. Gleichzeitig sieht der Bericht Möglichkeiten, um Anpassungen vorzunehmen und gewisse agrarpolitische Instrumente besser auf die Ziele der öffentlichen Gesundheit, des Umweltschutzes und eines nachhaltigen Konsums auszurichten.
Der Bericht untersucht mehrere Bereiche, in denen weitere Fortschritte angestrebt werden können, darunter das Nährstoffmanagement, die Ammoniakemissionen, die Biodiversität, das Klima sowie Lebensmittelverluste und ‑verschwendung. Er weist zudem auf die Bedeutung der Ernährungsgewohnheiten und der Konsumentenentscheidungen für die Transformation des Agrar- und Ernährungssystems hin.
Die Empfehlungen der OECD zielen darauf ab, die Kohärenz der öffentlichen Politik zu stärken, die Transparenz der Agrar- und Lebensmittelmärkte zu verbessern, die Innovation zu fördern, die administrative Belastung zu verringern und die öffentlichen Mittel stärker auf nachhaltige, wirksame und gesundheitsfördernde Ergebnisse auszurichten.
Austausch unter OECD-Mitgliedstaaten zu den Schweizer Politiken
Im Mai 2026 wurden die Ergebnisse der OECD-Analyse im Rahmen einer Peer Review mit den anderen Mitgliedstaaten der OECD diskutiert. Dabei konnte die Schweiz ihre Prioritäten darlegen, ihre politischen Entscheidungen begründen und von der Sichtweise anderer Länder mit ähnlichen Herausforderungen profitieren.
Der Austausch innerhalb der Peer-Gruppe bot die Gelegenheit, die Stärken und Herausforderungen des Schweizer Agrar- und Ernährungssystems aus einer internationalen Perspektive zu betrachten. Er ermöglichte einen Vergleich der auf nationaler Ebene gesammelten Erfahrungen sowie eine Diskussion der im Bericht enthaltenen Empfehlungen. Dadurch konnten geeignete Wege identifiziert werden, um die Kohärenz, die Nachhaltigkeit und die Wirksamkeit der Schweizer Agrar- und Ernährungspolitik zu stärken.