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Veröffentlicht am 4. Februar 2025

ToBRFV

ToBRFV ist ein Virus, das schwere Schäden in der Produktion von Tomaten und Paprika verursachen kann. Seit dem 1. Juli 2025 gelten auch in der Schweiz analoge pflanzengesundheitliche Anforderungen wie in der EU (Regelung als Geregelter Nicht-Quarantäneorganismus). Dies bedeutet, dass die Melde- oder Bekämpfungspflicht für diesen Organismus aufgehoben wurde. Es gibt aber weiterhin Massnahmen, um einen ToBRFV-Befall bei der Produktion und dem Inverkehrbringen von Jungpflanzen und Saatgut von Tomaten und Paprika zu vermeiden (siehe «Häufige Fragen» unten).

Taches de décoloration sur des fruits de tomates dues au ToBRFV

Steckbrief

Symptômes de flétrissement et de jaunissement sous serre
Wissenschaftlicher Name: Tobamovirus fructirugosum
Trivialname: Tomato brown rugose fruit virus (ToBRFV), Jordanvirus
Typ: Virus 
Einstufung: Analoge Massnahmen wie bei geregelten Nicht-Quarantäneorganismen (GNQO)
Aktueller Befall in der Schweiz: Ja
Wirtspflanzen: Tomaten und Paprika

Weitere Informationen auf EPPO Global Database.

Erkennung

ToBRFV infiziert Tomaten und Paprika sowie einige Unkräuter. Die Symptome einer Infektion mit ToBRFV sind unspezifisch. Die Blätter, oft zuerst die jungen Blätter, können eine mosaikartige Verfärbung und die Früchte gelbe Flecken aufweisen. Aufgrund der unspezifischen Symptome ist ein molekularer Test erforderlich, um eine Infektion nachzuweisen.

Typische gelbe Flecken auf Tomaten, die von ToBRFV befallen sind
Das Virus kann Paprika- und Tomatenproduzenten grossen wirtschaftlichen Schaden zufügen, indem es die Menge der produzierten Früchte um 30-70% verringert. Wenn die Früchte Symptome zeigen, kann ihr Marktwert gemindert werden. Die Schwere der Symptome hängt von der Sorte der Wirtspflanze ab. Einige Sorten sind tolerant gegenüber der Infektion und zeigen nur wenige oder gar keine Symptome.

Verbreitung

Verbreitungswege

Innerhalb eines befallenen Feldes/Gewächshauses/Tunnels wird ToBRFV sehr effektiv durch indirekten Kontakt zwischen einer befallenen und einer gesunden Pflanze übertragen (z.B. über Hände, Werkzeuge, Hummeln, die zur Bestäubung eingesetzt werden, oder Wasser aus Bewässerungssystemen). Ausserdem ist es ein sehr stabiles Virus. Wenn keine Tomaten- oder Paprikapflanzen vorhanden sind, kann das Virus über eine längere Zeit auf unbelebten Oberflächen oder im Boden überleben.
Über grössere Entfernungen wird das Virus hauptsächlich durch den Handel mit befallenen Früchten, Samen oder Tomaten- oder Paprikapflanzen übertragen.

Verbreitung in der Schweiz

ToBRFV kommt in der Schweiz sporadisch vor. Aufgrund der hohen Prävalenz bei Samen, Jungpflanzen und Früchten ist mit weiteren Befällen in der Schweiz zu rechnen.

Prävention und Kontrolle

Um einem Befall mit ToBRFV vorzubeugen, ist es für einen Produktionsbetrieb wichtig, nur Samen und Setzlinge von Tomaten und Paprika mit einem Pflanzenpass zu kaufen: Diese Pflanzen wurden kontrolliert, was die Wahrscheinlichkeit eines Befalls verringert. Darüber hinaus ist es innerhalb des Betriebs wichtig, Hygienemassnahmen zu ergreifen, die die Einschleppung des Virus verhindern oder gegebenenfalls die Ausbreitung des Virus verlangsamen.

Agroscope hat ein Merkblatt veröffentlicht, das die präventiven Massnahmen, die ein Produzent ergreifen kann, detailliert beschreibt.

Häufige Fragen

Weiterführende Informationen

Weitere Themen

Kontakt bei Fragen

Bundesamt für Landwirtschaft BLW
Eidg. Pflanzenschutzdienst EPSD
Schwarzenburgstrasse 165
Schweiz - 3003 Bern