Meliorationsmassnahmen

Bodenverbesserungen / Meliorationen

In der Schweiz werden Projekte zur Verbesserung der Infrastruktur im ländlichen Raum, insbesondere im landwirtschaftlichen Kulturland als Bodenverbesserungsprojekte oder Meliorationen bezeichnet.

Der Begriff lehnt sich an Art. 703 des Eidgenössischen Zivilgesetzbuchs (ZGB) an. Demnach zählen Revitalisierungen, Entwässerungen, Bewässerungen, Weganlagen, Güterzusammenlegungen und dergleichen zu den Bodenverbesserungen.

Seit der Einführung des ZGB im Jahr 1907 haben sich die Werte der Gesellschaft gewandelt und mit ihnen auch die Bedeutung zahlreicher Massnahmen und Begriffe zudem sind neue Aufgaben dazugekommen.

Kulturtechnik

Unter dem Begriff Kulturtechnik (Bodenkultur und Bautechnik, auch Kulturbautechnik) wird eine Ingenieurdisziplin zur Verbesserung der Produktionsbedingungen in der Landwirtschaft verstanden.

Es geht insbesondere um die Planung, Projektierung und Realisierung von Landumlegungen sowie Bauten und Anlagen.

Die kulturtechnischen Bauarbeiten beinhalten die Planung, Projektierung und Realisierung von Einrichtungen der Infrastruktur im Kulturland zugunsten einer effizienten und nachhaltigen Bodenbewirtschaftung einschliesslich der Erschliessung von landwirtschaftlichen Gebäuden und Produktionsflächen mit Wegen, Seilbahnen, Elektrizitäts- und Wasserversorgungen; zudem wird der ökologische Ausgleich und die Vernetzung von Biotopen gefördert.

Kulturtechnische Massnahmen kommen zudem bei Unwetterschäden und bei der Wiederherstellung nach Elementarschäden und Sicherung von landwirtschaftlichen Bauten und Anlagen zur Anwendung.

Verfahren / raumwirksame Tätigkeiten

Das eidgenössische Zivilgesetzbuch delegiert in Art. 703 die Verfahrenshoheit zur Durchführung und Überwachung von Meliorationen an die Kantone. Bei der Planung und Projektierung sind deshalb die kantonalrechtlichen Vorschriften massgeblich. Die raumwirksamen Tätigkeiten sind sowohl auf Bundes- als auch auf Kantonsebene zu koordinieren und aufeinander abzustimmen. Insbesondere bei mehrfach bewilligungspflichtigen Projekten sind die Massnahmen und der Verfahrensablauf zu koordinieren.

In der Regel ist für Massnahmen mit raumwirksamen Eingriffen ein öffentliches Auflageverfahren durchzuführen.


Die Finanzierung der Meliorationsmassnahmen

Investitionshilfen haben das Ziel, die Lebens- und Wirtschaftsverhältnisse im ländlichen Raum zu verbessern, die Produktionskosten zu senken und die Wettbewerbsfähigkeit der Landwirtschaftsbetriebe zu erhöhen. Sie sollen zudem einen Beitrag zur Verwirklichung ökologischer, tierschützerischer und raumplanerischer Anliegen leisten. Dies betrifft insbesondere das Berggebiet und die Randregionen. Als Investitionshilfen stehen zwei Instrumente zur Verfügung:

• Beiträge (à fonds perdu) mit Beteiligung der Kantone
• Investitionskredite in Form von zinslosen Darlehen

Investitionshilfen unterstützen die Landwirtschaft in der Entwicklung und der Erhaltung wettbewerbsfähiger Strukturen, ohne dass sie sich dafür untragbar verschulden muss. Auch in anderen Ländern, insbesondere in der Europäischen Union, zählen die Investitionshilfen zu den wichtigsten Massnahmen zur Förderung des ländlichen Raums. Die Investitionshilfen werden für einzelbetriebliche und für gemeinschaftliche Massnahmen gewährt.

Diese Finanzierungsmechanismen finden Sie auch im Bereich Betriebsentwicklung / Hochbau Anwendung.

Weiterführende Informationen

Letzte Änderung 18.12.2017

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