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Veröffentlicht am 23. Dezember 2025

Orientalische Fruchtfliege

Die Orientalische Fruchtfliege (Bacterocera dorsalis) gehört zu den prioritären Quarantäneorganismen, die in tropischen Gebieten erhebliche Schäden anrichten können. Dieses Insekt ernährt sich von mehr als 450 Pflanzenarten, darunter auch in der Schweiz angebaute Pflanzen wie Peperoni, Tomaten oder Auberginen.

Eine weibliche Orientalische Fruchtfliege bei der Eierablage auf einer Papaya

Steckbrief

Erwachsenes Exemplar von Bactrocera dorsalis
Wissenschaftlicher Name: Bactrocera dorsalis 
Trivialname: Orientalische Fruchtfliege
Typ: Insekt
Einstufung: Prioritärer Quarantäneorganismus (Melde- und bekämpfungspflichtig)
Aktueller Befall in der Schweiz: Nein
Wirtspflanzen: > 450 Pflanzenarten aus über 80 Familien. Vor allem Mangos, Guaven, Kaffeebäume, Kürbisgewächse und Nachtschattengewächse

Weitere Informationen auf EPPO Global Database.

Erkennung

Aussehen des Schadorganismus

  • Das ausgewachsene Insekt ist ca. 8 mm lang und hat durchsichtige Flügel mit einer Spannweite von 7,3 mm.
  • Die Körperfarbe kann je nach Population variieren, aber gelbe und dunkelbraune bis schwarze Markierungen sind immer deutlich auf dem Thorax (mittlerer Körperabschnitt des Insekts) zu sehen.
  • Zwei schwarze Querstreifen auf dem Hinterleib und ein Längsstreifen, der sich von der Basis des dritten Segments bis zum Körperende erstreckt.
  • Die Larven von Bactrocera dorsalis sind ca. 10 mm lang und cremeweiss gefärbt.
(A) Aufgeschnittene Mango mit Larven von Bactrocera dorsalis. (B) Vergrößerte Larve von Bactrocera dorsalis

Verwechslungsgefahr

Da das äussere Erscheinungsbild ausgewachsener Fliegen verschiedener Populationen von Bactrocera dorsalis erheblich variieren kann, ist die Identifizierung kompliziert und kann nur von spezialisierten Taxonomen (Fachpersonen für die wissenschaftliche Bestimmung von Arten) oder mittels molekulargenetischer Diagnostik zuverlässig durchgeführt werden.

Wirtspflanzen und Schadbild

Das Wirtspflanzenspektrum von Bactrocera dorsalis ist sehr breit und umfasst mehr als 450 Pflanzenarten, darunter in der Schweiz angebaute Pflanzen wie Auberginen, Peperoni und Tomaten im Gemüseanbau oder Äpfel, Birnen und Pflaumen in Obstgärten. In Europa wurden Fälle im Mittelmeerraum in der Nähe von Importorten für tropische Früchte oder in Pfirsich- und Orangenanlagen gemeldet.

Die Verluste können bei Mangos, Guaven oder Zitrusfrüchten hoch sein. In der Regel legt das erwachsene Weibchen seine Eier unter die Schale der Früchte. Die Larven ernähren sich vom Fruchtfleisch und machen die Früchte unbrauchbar für den Verzehr und den Verkauf. Oft wird ein Befall der Frucht durch eine Larve von Symptomen innerer Fäulnis begleitet.

Am Flughafen Zürich kontrollierte Mango mit rot umrandeten Bactrocera dorsalis-Eiablagestellen

Verbreitung

Verbreitungswege

Der Transport von befallenem Obst und Gemüse stellt das grösste Risiko für die Einschleppung der Orientalischen Fruchtfliege aus befallenen Gebieten nach Europa dar, da das Vorhandensein der Larven und Eier in den Früchten nur sehr schwer zu erkennen ist.

Es wird geschätzt, dass sich Bactrocera dorsalis auf natürliche Weise über einige Kilometer hinweg fortbewegt. Obwohl markierte Individuen in einer Entfernung von 40 km von ihrem Freilassungsort beobachtet wurden, scheint eine jährliche Ausbreitung von 2 km die Norm zu sein.

Verbreitung in der Schweiz

Die Orientalische Fruchtfliege ist ein Schädling, der aus den tropischen Regionen Asiens stammt. In Europa wurde die Fliege mehrfach in der Nähe von Importorten für Obst und Gemüse entdeckt. In Frankreich wurde die Fliege in einer Pfirsichanlage beobachtet. In Italien gibt es mehrere Regionen mit Obstplantagen, in denen seit 2023 Fänge registriert wurden. In der Schweiz geht man davon aus, dass die Orientalische Fruchtfliege den Winter nicht überleben kann. Es ist jedoch nicht bekannt, ob diese Fliege in beheizten Gewächshäusern überwintern könnte.

Prävention und Kontrolle

Um eine Einschleppung über den Handel mit Pflanzenprodukten zu verhindern, werden potenzielle Wirtspflanzen wie Mangos im Rahmen der Einfuhrkontrollen aus Nicht-EU-Ländern in der EU und in der Schweiz stichprobenartig kontrolliert. Darüber hinaus werden bestimmte Früchte aus befallenen Gebieten einer pflanzengesundheitlichen Behandlung mit Hitze oder Kälte unterzogen, um das Risiko einer Verschleppung von Bactrocera dorsalis zu minimieren.

Im Jahr 2025 wurde die Gebietsüberwachung an 16 Standorten verteilt auf neun Kantone durchgeführt. Es wurde kein Befall durch die Orientalische Fruchtfliege festgestellt. Die Überwachung konzentriert sich auf die Räumlichkeiten von Importunternehmen für Obst und Gemüse. Im Tessin wird eine zusätzliche Überwachung im Freien in der Nähe von Importgebieten für Obst und Gemüse durchgeführt.

Abschlusskarte Überwachung und Befallssituation Orientalische Fruchtfliege 2025

Weiterführende Informationen

Weitere Themen

Kontakt bei Fragen

Bundesamt für Landwirtschaft BLW
Eidg. Pflanzenschutzdienst EPSD
Schwarzenburgstrasse 165
Schweiz - 3003 Bern