Platanenkrebs
Der Platanenkrebs ist eine Pilzkrankheit, die durch den Pilz Ceratocystis platani verursacht wird, ausschliesslich Platanen (grosse Laubbäume, wie man sie häufig entlang von Strassen und in Parks sieht) befällt und zu deren raschem Absterben führen kann. Diese Krankheit gilt als Quarantäneorganismus und unterliegt obligatorischen Bekämpfungsmassnahmen.
Steckbrief
Wissenschaftlicher Name: Ceratocystis platani
Trivialname: Platanenkrebs
Typ: Pilz
Einstufung: Quarantäneorganismus (Melde- und bekämpfungspflichtig)
Aktueller Befall in der Schweiz: Ja
Wirtspflanzen: Platane (Platantus orientalis, P. x hispanica, P. occidentalis, P. racemosa)
Weitere Informationen auf EPPO Global Database.
Erkennung
Aussehen des Schadorganismus
- Läsionen an der Rinde: Formen, die an „blaue Flammen” oder violette Flecken auf Stamm / Ästen erinnern. Wenn der Pilz sporuliert (Sporen bildet) kommen zu den Verfärbungen noch grau-schwarze Flecken hinzu.
- Allmähliches Absterben des Baumes: Gelbfärbung und Ausdünnung des Laubes, Austrocknung. Die verfärbte Rinde platzt auf.
- Charakteristische Verfärbung des nekrotischen (abgestorbenen) Holzes, Ausbreitung des Pilzes im Xylem (inneres Wasserleitungssystem des Baumes, das Wasser und Mineralien von den Wurzeln zu den Blättern transportiert).

Verwechslungsgefahr
Die Welke-Symptome können mit der Platanen-Anthraknose (Apiognomonia veneta) verwechselt werden. Das Welken kann auch durch abiotische Faktoren wie Wassermangel, den Einsatz von Streusalz auf Strassen oder Herbizide verursacht werden.
Wirtspflanzen und Schadbild
Platanenkrebs befällt ausschliesslich Platanen. Der Pilz dringt durch kleinste Verletzungen in die Rinde und Gefässe der Bäume ein, was innerhalb weniger Jahre zum Absterben führt.
In stark befallenen Regionen hat der Pilz Tausende von Platanen in Städten abgetötet, wie beispielsweise in den 70er Jahren in der Umgebung von Marseille.
Verbreitung
Über weite Distanzen findet die Verbreitung über Jungpflanzen, Holz und Erde statt. Lokal geschieht dies durch Wurzelverwachsungen oder Pilzsporen, welche ihrerseits über Wind, Wasser und direkten Kontakt beispielsweise bei der Baumpflege oder durch Tiere übertragen werden.
Verbreitung in der Schweiz
Ceratocystis platani stammt aus Nordamerika, ist seit 1945 in Europa präsent und in Italien, Frankreich, Griechenland und der Türkei verbreitet. 1986 wurde er erstmals offiziell im Tessin, 1987 in der Waadt und 2001 im Kanton Genf nachgewiesen. In den Kantonen Genf und Tessin wurde er letztmals 2023 respektive 2025 nachgewiesen und daher intensiv überwacht und bekämpft.
Prävention und Kontrolle
Der Platanenkrebs wird in der Schweiz im Rahmen der Gebietsüberwachung durch die zuständigen kantonalen Dienste in Platanenbeständen visuell überwacht. Weiter wird er im Rahmen der Pflanzenpasskontrolle sowie bei der risikobasierten Kontrolle beim Import von Pflanzen oder pflanzlichen Erzeugnissen durch den Eidgenössischen Pflanzenschutzdienst überwacht.
Im Jahr 2025 wurden insgesamt 192 Standorte in der gesamten Schweiz überwacht. Aufgrund dessen wurden insgesamt 19 Verdachtsproben entnommen. In zwei dieser Proben wurde Platanenkrebs nachgewiesen. Die befallenen Bäume wurden im Bezirk Lugano (TI) entdeckt. Kranke Platanen werden mittels entsprechender Massnahmen bis Ende Winter vernichtet.
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