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Veröffentlicht am 7. Februar 2025

Ralstonia-Arten

Die baktierelle Welke wird durch die Bakterien Ralstonia solanacearum, R. pseudosolanacearum, R. syzygii subsp. celebesensis, und R. syzygii subsp indonesiensis verursacht. Diese Bakterien stammen aus tropischen und subtropischen Regionen und infizieren mehr als 200 Wirtspflanzenarten, darunter Kartoffel, Tomate, Ingwer, Kurkuma, sowie zahlreiche Zierpflanzen. Sie führen zu einem plötzlichen Welken der befallenen Pflanzen und verursachen in den betroffenen Regionen erhebliche wirtschaftliche Verluste. Aus diesem Grund sind sie in der Schweiz als Quarantäneorganismus eingestuf (prioritärer Quarantäneorganismus für Ralstonia solanacearum) und unterliegen einer Melde- und Bekämpfungspflicht.

Fäulnis der Wurzelwerks einer Ingwerpflanze

Steckbrief

Das Rhizom der Ingwerpflanze ist verfault.
Wissenschaftlicher Name: (Ralstonia solanacearum, R. pseudosolanacearum, R. syzygii subsp. celebesensis und R. syzygii subsp. Indonesiensis)
Trivialname: Bakterienwelke
Typ: Bakterium
Einstufung: Quarantäneorganismus (prioritär für Ralstonia solanacearum) (Melde- und bekämpfungspflichtig)
Aktueller Befall in der Schweiz: Ja (Ralstonia pseudosolanacearum)
Wirtspflanzen: >200

Weitere Informationen auf EPPO Global Database.

Erkennung

Aussehen des Schadorganismus

Die beobachteten Symptome erlauben zwar den Verdacht auf die Krankheit, reichen jedoch nie für eine Bestätigung aus: Nur eine Labordiagnose ermöglicht die eindeutige Identifizierung des Bakteriums.

Wirtspflanzen und Schadbild

Die durch Ralstonia verursachte Braunfäule, ist eine gefährliche Krankheit, die verschiedene Kulturen befällt, insbesondere Nachtschattengewächse (Solanaceen). Die Krankheit führt zu Welkesymptomen und zum Absterben der Pflanzen. Die bakterielle Welke kann sich je nach Wirtspflanze, Umweltbedingungen und beteiligtem Phylotyp unterschiedlich manifestieren.

Schlecht wachsende Ingwerpflanze mit welken Blättern (gelblich), Nekrosen und Wurzelstock mit Fäulnis
Unter einem Phylotyp versteht man bakterielle Linien, die sich genetisch voneinander unterscheiden. Jeder Phylotyp ist an eine bestimmte geografische Region angepasst. Schadensausmass und Wirtspflanzenspektrum variieren je nach Phylotyp.

Da die durch Ralstonia verursachten Schäden hauptsächlich in Form von Welkesymptomen und vermindertem Pflanzenwachstum auftreten, ist eine Verwechslung mit anderen biotischen und abiotischen Faktoren sehr wahrscheinlich. Im Zweifelsfall nimmt der zuständige kantonale Pflanzenschutzdienst eine Probenahme vor.

An von Ralstonia solanacearum infizierten Knollen und Rhizomen ist teilweise ein bakterielles Exsudat sichtbar.

Verbreitung

Verbreitungswege

Die Verbreitung des Bakteriums über grosse Distanzen erfolgt vor allem über den Handel mit befallenem Pflanzenmaterial oder Knollen, wie dies bei den jüngsten Befällen infolge der Einfuhr von Speise-Ingwer und -Kurkuma aus mit Ralstonia befallenen Regionen der Fall war. Lokal kann das Bakterium über Bewässerung, landwirtschaftliche Geräte und Schneidwerkzeuge, Bodenverschleppung oder durch Wiederaustrieb infizierter Pflanzen übertragen werden, und auf gewissen asymptomatischen Wirtspflanzen überdauern.

Verbreitung in der Schweiz

Einige Phylotypen des Bakteriums sind auf tropische Klimazonen beschränkt, während andere die Fähigkeit besitzen, sich in gemässigten Zonen zu etablieren. Dies stellt ein direktes Risiko für die Schweizer Landwirtschaft dar.

In der Schweiz wurden 2017 Befälle an Rosen in den Kantonen Bern, Solothurn und Zürich gemeldet, welche inzwischen getilgt sind; sie wurden durch Ralstonia pseudosolanacearum verursacht. Seit 2023 ist die Schweiz – wie mehrere andere europäische Länder – von regelmässigen Befällen von R. pseudosolanacearum an Ingwer und Kurkuma betroffen. Im Jahr 2025 wurde R. pseudosolanacearum erstmals in einem schweizerischen Fliessgewässer nachgewiesen.

Prävention und Kontrolle

In der Schweiz werden Bakterien der Gattung Ralstonia einerseits im Rahmen der Zertifizierung von Pflanzkartoffeln überwacht und andererseits im Rahmen der Gebietsüberwachung durch die zuständigen kantonalen Stellen – in der Regel die kantonalen Pflanzenschutzdienste – in der Produktion von Kartoffeln, Ingwer und Kurkuma sowie in Oberflächengewässern mittels Routineproben kontrolliert. Zudem werden sie vom Eidgenössischen Pflanzenschutzdienst im Rahmen der Kontrolle von Pflanzenpässen sowie risikobasierter Kontrollen bei der Einfuhr von Pflanzen oder pflanzlichen Erzeugnissen überwacht.

Um ein neues Auftreten von Befall zu verhindern, ist es von zentraler Bedeutung, Pflanzmaterial mit Pflanzenpass zu verwenden. Für Ingwer und Kurkuma besteht die Möglichkeit, vor der Pflanzung den Eidgenössischen Pflanzenschutzdienst zu kontaktieren, damit dieser die Rhizome beprobt und Laboranalysen durchführt. Fallen die Analysen negativ aus, wird vom Eidgenössischen Pflanzenschutzdienst ein Pflanzenpass ausgestellt. Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an den Eidgenössischen Pflanzenschutzdienst (phyto@blw.admin.ch).

Die Meldung jedes Verdachts auf das Auftreten dieser Bakterien sowie die Bekämpfung sind obligatorisch. Im Zweifelsfall ist umgehend der zuständige kantonale Pflanzenschutzdienst zu kontaktieren

Häufige Fragen

Weiterführende Informationen

Weitere Themen

Kontakt bei Fragen

Bundesamt für Landwirtschaft BLW
Eidg. Pflanzenschutzdienst EPSD
Schwarzenburgstrasse 165
Schweiz - 3003 Bern