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Veröffentlicht am 7. Februar 2025

Xylella fastidiosa

Das Bakterium Xylella fastidiosa (ugs. Feuerbakterium) stammt ursprünglich aus Amerika und verursacht eine der gefährlichsten Pflanzenkrankheiten weltweit. Sein Wirtsspektrum umfasst mehr als 360 Pflanzenarten, darunter Reben, Steinobst und Oliven. Das Bakterium kann ein Welken der Wirtspflanze verursachen und sogar zu deren Absterben führen.

Durch Xylella fastidiosa verursachte Symptome an Olivenbäumen

Steckbrief

Randnekrose die durch X. fastidiosa auf einem Weinblatt verursacht wird.
Wissenschaftlicher Name: Xylella fastidiosa 
Trivialname: Feuerbakterium
Typ: Bakterium 
Einstufung: Quarantäneorganismus (Melde- und bekämpfungspflichtig
Aktueller Befall in der Schweiz: Nein 
Wirtspflanzen: > 590

Weitere Informationen auf EPPO Global Database.

Erkennung

Aussehen des Schadorganismus

Elektronenmikroskopische Aufnahme von Xylella fastidiosa in einem Xylemgefäss des Blattstiels eines Kaffeeblatts
Das Bakterium infiziert die Xylemgefässe der Pflanzen. Es ist von Auge nicht erkennbar und nur unter dem Mikroskop sichtbar.

Wirtspflanzen und Schadbild

Xylella fastidiosa kann mehr als 590 Pflanzenarten befallen. Die Intensität der Symptome hängt von der Pflanzenart, dem Stamm von Xylella fastidiosa sowie von Umweltfaktoren ab. Einige Kulturpflanzenarten sind besonders anfällig für das Bakterium, wie z.B. Olivenbäume, Weinreben und Obstbäume der Gattung Prunus (z.B. Aprikosen-, Pflaumen-, Mandel-, Kirsch- und Pfirsichbäume). Olivenbäume und Weinreben werden durch die Infektion in der Regel getötet. Obstbäume der Gattung Prunus überleben die Infektion meist, aber ihre Fruchtproduktion wird drastisch reduziert.

Folglich stellt Xylella fastidiosa eine grosse Gefahr für den Wein- und Obstanbau dar. Xylella fastidiosa ist auch eine Gefahr für den Gartenbau, die Forstwirtschaft und die Umwelt, da es viele Gartenbaupflanzen (z.B. Oleander), Forstpflanzen (z.B. Eiche, Ahorn) und Wildpflanzen infiziert.

Symptome des schnellen Absterbens von Olivenbäumen in Apulien (IT).
Die Symptome sind unspezifisch und hängen von der befallenen Pflanzenart und dem Bakterienstamm ab. Ausserdem zeigen viele befallene Pflanzenarten keine Symptome. Wenn Symptome auftreten, handelt es sich meist um Welke- oder Vertrocknungssymptome. Manchmal erscheint ein gelber Fleck auf den Blättern.

Verwechslungsgefahr

Welke- und Vertrocknungssymptome der Blätter an einem Olivenbaum
Aufgrund der Welke- und Vertrocknungssymptome ist eine Verwechslung mit anderen biotischen und abiotischen Faktoren sehr wahrscheinlich. Im Zweifelsfall nimmt der zuständige kantonale Pflanzenschutzdienst eine Probenahme vor.
Ein Baum, welcher aufgrund eines Befalls mit Xylella fastidiosa vollständig vertrocknet ist. An der Basis des Stammes sind gesunde Neuaustriebe zu sehen.

Verbreitung

Das Bakterium Xylella fastidiosa stammt ursprünglich aus Amerika. Auf dem europäischen Kontinent wurde es erstmals 2013 in Italien, 2015 in Frankreich, 2016 in Spanien, und 2019 in Portugal nachgewiesen. Im Jahr 2015 wurden mit X. fastidiosa befallene Kaffeepflanzen aus Mittelamerika in die Schweiz importiert und umgehend vernichtet.

Lokal verbreitet sich das Bakterium über Zikaden, die als Vektoren fungieren, insbesondere in Europa über die Wiesenschaumzikade (Philaenus spumarius). Über weite Distanzen erfolgt die Ausbreitung vor allem über infiziertes Pflanzenmaterial.

Olivenhain in Apulien, der vollständig von Xylella fastidiosa befallen ist. Der Vektor des Bakteriums, wie die Wiesenschaumzikade, verbringt einen Teil seines Lebenszyklus auf Gräsern

Prävention und Kontrolle

Es gilt eine Melde- und Bekämpfungspflicht. Bei einem Verdacht ist umgehend der zuständige Kantonale Pflanzenschutzdienst zu kontaktieren.

Vorbeugende Massnahmen sind besonders wichtig, um die Einschleppung des Bakteriums zu verhindern. Aus diesem Grund dürfen Wirtspflanzen nur mit einem Pflanzenpass gewerblich verkauft werden. Es ist ausserdem wichtig, die Einfuhrbestimmungen für Pflanzen aus Nicht-EU-Ländern zu beachten.

In der Schweiz wird Xylella fastidiosa im Rahmen der Gebietsüberwachung durch die zuständigen kantonalen Dienste – in der Regel die Pflanzenschutzdienste – visuell überwacht. Die Überwachung erfolgt in Steinobstanlagen und an Olivenbäumen sowie an Orten mit erhöhtem Einschleppungsrisiko; zur Erfassung des Vektors (Philaenus spumarius) werden Kescher verwendet.

Im Rahmen der Kontrolle der Pflanzenpässe sowie der risikobasierten Kontrollen bei der Einfuhr von Pflanzen oder pflanzlichen Erzeugnissen wird das Bakterium durch den Eidgenössischen Pflanzenschutzdienst überwacht.

Weiterführende Informationen

Weitere Themen

Kontakt bei Fragen

Bundesamt für Landwirtschaft BLW
Eidg. Pflanzenschutzdienst EPSD
Schwarzenburgstrasse 165
Schweiz - 3003 Bern