Xylella fastidiosa
Das Bakterium Xylella fastidiosa (ugs. Feuerbakterium) stammt ursprünglich aus Amerika und verursacht eine der gefährlichsten Pflanzenkrankheiten weltweit. Sein Wirtsspektrum umfasst mehr als 360 Pflanzenarten, darunter Reben, Steinobst und Oliven. Das Bakterium kann ein Welken der Wirtspflanze verursachen und sogar zu deren Absterben führen.

Steckbrief

Trivialname: Feuerbakterium
Typ: Bakterium
Einstufung: Quarantäneorganismus (Melde- und bekämpfungspflichtig)
Aktueller Befall in der Schweiz: Nein
Wirtspflanzen: > 590
Weitere Informationen auf EPPO Global Database.
Erkennung
Aussehen des Schadorganismus

Wirtspflanzen und Schadbild
Xylella fastidiosa kann mehr als 590 Pflanzenarten befallen. Die Intensität der Symptome hängt von der Pflanzenart, dem Stamm von Xylella fastidiosa sowie von Umweltfaktoren ab. Einige Kulturpflanzenarten sind besonders anfällig für das Bakterium, wie z.B. Olivenbäume, Weinreben und Obstbäume der Gattung Prunus (z.B. Aprikosen-, Pflaumen-, Mandel-, Kirsch- und Pfirsichbäume). Olivenbäume und Weinreben werden durch die Infektion in der Regel getötet. Obstbäume der Gattung Prunus überleben die Infektion meist, aber ihre Fruchtproduktion wird drastisch reduziert.
Folglich stellt Xylella fastidiosa eine grosse Gefahr für den Wein- und Obstanbau dar. Xylella fastidiosa ist auch eine Gefahr für den Gartenbau, die Forstwirtschaft und die Umwelt, da es viele Gartenbaupflanzen (z.B. Oleander), Forstpflanzen (z.B. Eiche, Ahorn) und Wildpflanzen infiziert.

Verwechslungsgefahr
Verbreitung
Das Bakterium Xylella fastidiosa stammt ursprünglich aus Amerika. Auf dem europäischen Kontinent wurde es erstmals 2013 in Italien, 2015 in Frankreich, 2016 in Spanien, und 2019 in Portugal nachgewiesen. Im Jahr 2015 wurden mit X. fastidiosa befallene Kaffeepflanzen aus Mittelamerika in die Schweiz importiert und umgehend vernichtet.
Lokal verbreitet sich das Bakterium über Zikaden, die als Vektoren fungieren, insbesondere in Europa über die Wiesenschaumzikade (Philaenus spumarius). Über weite Distanzen erfolgt die Ausbreitung vor allem über infiziertes Pflanzenmaterial.
Prävention und Kontrolle
Es gilt eine Melde- und Bekämpfungspflicht. Bei einem Verdacht ist umgehend der zuständige Kantonale Pflanzenschutzdienst zu kontaktieren.
Vorbeugende Massnahmen sind besonders wichtig, um die Einschleppung des Bakteriums zu verhindern. Aus diesem Grund dürfen Wirtspflanzen nur mit einem Pflanzenpass gewerblich verkauft werden. Es ist ausserdem wichtig, die Einfuhrbestimmungen für Pflanzen aus Nicht-EU-Ländern zu beachten.
In der Schweiz wird Xylella fastidiosa im Rahmen der Gebietsüberwachung durch die zuständigen kantonalen Dienste – in der Regel die Pflanzenschutzdienste – visuell überwacht. Die Überwachung erfolgt in Steinobstanlagen und an Olivenbäumen sowie an Orten mit erhöhtem Einschleppungsrisiko; zur Erfassung des Vektors (Philaenus spumarius) werden Kescher verwendet.
Im Rahmen der Kontrolle der Pflanzenpässe sowie der risikobasierten Kontrollen bei der Einfuhr von Pflanzen oder pflanzlichen Erzeugnissen wird das Bakterium durch den Eidgenössischen Pflanzenschutzdienst überwacht.
Weiterführende Informationen
Inhaltsverzeichnis
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Eidg. Pflanzenschutzdienst EPSD
Schwarzenburgstrasse 165
Schweiz - 3003 Bern
