Ressourcenprogramm

Der Bund fördert im Rahmen der verfügbaren Kredite die Verbesserung der Nachhaltigkeit in der Nutzung von natürlichen Ressourcen in der Landwirtschaft mit Beiträgen. Die Zielbereiche sind die für die Landwirtschaft relevanten natürlichen Ressourcen wie Boden, Wasser, Luft, Biodiversität oder Energie. Mit dem Programm ebenfalls gefördert werden Optimierungen beim nachhaltigen Einsatz von Produktionsmitteln wie beispielsweise Pflanzenschutz- oder Tierarzneimittel, Dünger, Futtermittel oder Energie.

Das Ressourcenprogramm ist ein Innovationsprogramm der Landwirtschaft. Im Vordergrund steht die Unterstützung von technischen, organisatorischen und strukturellen Neuerungen, die nachweislich wirksam sind und deren Erprobung in einer Region oder Branche einen Erkenntnisgewinn über die Projektregion respektive -branche hinaus haben.
Unterstützt werden organisatorische, strukturelle und technische Neuerungen, zu deren Einführung eine finanzielle Unterstützung notwendig ist und die in absehbarer Zeit ohne Bundesunterstützung weitergeführt werden.
Die ökologische Verbesserung soll nicht durch die Reduktion der inländischen Produktion sondern durch eine Steigerung der Effizienz beim Ressourceneinsatz erreicht werden.
 

Das Wichtigste in Kürze

  • Ressourcenprojekte verfolgen zwei Ziele: ein Wirkungsziel, dass die im Projektgebiet zu erreichende Wirkung beschreibt und ein Lernziel, dessen Erreichung einen Wissensgewinn über das Projekt und die Region hinaus generiert. Ressourcenprojekte müssen also einerseits direkt im Projektgebiet und während der Projektdauer Wirkung entfalten, d.h. zu quantifizierbaren Verbesserungen führen, andererseits sollen sie einen Erkenntnisgewinn hinsichtlich der im Projekt umgesetzten Neuerungen erzielen. Eine Multiplikation bestehender Ressourcenprojekte in verschiedenen Regionen ist deshalb nicht möglich.
  • Die Realisierung eines Ressourcenprojekts erfordert eine Trägerschaft in Form einer juristischen Person des öffentlichen oder privaten Rechts. Die Trägerschaft trägt die Gesamtverantwortung für das Projekt während der sechs Projektjahre. Die Landwirtschaft muss in der Trägerschaft angemessen vertreten sein.
  • Ressourcenprojekte werden in einer definierten Projektregion oder in einer bestimmten Branche umgesetzt. Der Projektperimeter muss auf die Projektziele abgestimmt sein. Bei regionalen Projekten ist die räumliche Abgrenzung aufzuzeigen und zu begründen, bei branchenspezifischen Projekten sind die Teilnahmebedingungen zu definieren.
  • Als Massnahmen gelten alle zielgerichteten Tätigkeiten die zur Erreichung der Projektziele beitragen. Ein Ressourcenprojekt muss einem integralen Ansatz mit einem abgestimmten Mix von Massnahmen folgen. Als Massnahmen gelten nebst der direkten Unterstützung von Neuerungen in der Landwirtschaft auch Ausbildung und Beratung, Information, Wirkungsmonitoring, Umsetzungskontrolle und wissenschaftliche Begleitung.
  • Eine wissenschaftliche Begleitung ist obligatorischer Bestandteil eines jeden Ressourcenprojekts und dient der Erreichung des gesetzten Lernziels. Die Erarbeitung eines wissenschaftlichen Konzepts gilt als Teil der Gesucherarbeitung. Die Wirkung der im Projekt der umgesetzten Neuerungen wird mittels eines Wirkungsmonitorings überprüft.
  • Die Umsetzungskontrolle dient der Überprüfung der korrekten Umsetzung der getroffenen Massnahmen. Sie ist durch eine sachgemässe, in der Regel akkreditierte Kontrollstelle vorzunehmen.
  • Im Rahmen von Ressourcenprojekten übernimmt der Bund 50 bis 80 % der Projektkosten. Die Trägerschaft sichert die Restfinanzierung am Projekt. Die Kosten für die Gesucherarbeitung sind nicht anrechenbar. Die Aufwände müssen im Projektgesuch hergeleitet und begründet werden. Doppelsubventionen sind in jedem Fall auszuschliessen.
  • Ressourcenprojekte stellen eine auf sechs Jahre befristete Anschubfinanzierung dar. Die Trägerschaft muss im Projektgesuch oder spätestens nach drei Projektjahren aufzeigen, wie die Wirkung der im Projekt getroffenen Neuerungen nach Projektende beibehalten werden kann.
  • Eine aktuelle Liste der bewilligten Ressourcenprojekte findet sich im Online-Agrarbericht (vgl. Link unten).
     

Gesuchserarbeitung

Im Folgenden sind die wichtigsten Informationen zur Gesuchserarbeitung aufgeführt. Detailliertere Angaben sind Kapitel 5 und Anhang 1 der Erläuterungen zum Ressourcenprogramm zu entnehmen.

  • Coaching-Beiträge
    Zur Erarbeitung des Gesuchs für ein Ressourcenprojekt besteht die Möglichkeit, einen sogenannten Coaching-Beitrag zu beantragen (vgl. Kontakt). Dazu ist eine Projektskizze zu den vorgegebenen Terminen schriftlich beim BLW einzureichen.
  • Einreichfrist Ressourcenprojekt-Gesuche
    Die Gesuchunterlagen können per Ende März und per Ende Juli beim BLW zur Bewilligung eingereicht werden. Werden die Gesuchunterlagen per Ende Juli eingereicht, ist vorgängig per Ende März eine Schätzung der gesamten Projektkosten beim BLW einzureichen.
  • Bewilligungsprozess
    Nach Einreichung wird das Projektgesuch BLW-intern sowie durch eine exter-ne Begleitgruppe geprüft. Für die Prüfung wird der Beurteilungsbogen in Anhang 6 der Erläuterungen zum Ressourcenprogramm verwendet. Die Prüfung dauert ca. 6 bis 8 Wochen. Das Ressourcenprojekt wird daraufhin entweder mit oder ohne Auflagen zur Überarbeitung akzeptiert oder per Verfügung abgelehnt.
  • Gesuchaufbau
    Die Struktur des Projektgesuchs hat sich nach den Vorgaben in Anhang 3 der Erläuterungen zum Ressourcenprogramm zu richten. Bei der Gesuchausarbeitung kann auch der Beurteilungsbogen in Anhang 6 der Erläuterungen zum Ressourcenprogramm als Hilfsmittel verwendet werden. Das Konzept für die wissenschaftliche Begleitung ist Bestandteil des Projektgesuchs.
  • Austausch mit dem BLW
    Während der Gesucherarbeitungsphase ist es sinnvoll, frühzeitig mit dem BLW in Kontakt zu treten und die Anforderungen an das Gesuch sowie die mögliche Ausrichtung des Projekts zu besprechen. Zuständig für das Ressourcenprogramm ist beim BLW Ivo Strahm vom Fachberereich Agrarumweltsysteme und Nährstoffe (vgl. Kontakt).

 

Weiterführende Informationen

Dokumentation

Dokumente

Merkblätter und Richtlinien Ressourcenprogramm

Studien

Themenblätter Ammoniak

Letzte Änderung 27.10.2016

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Kontakt

Bundesamt für Landwirtschaft BLW
Fachbereich Agrarumweltsysteme und Nährstoffe

Mattenhofstrasse 5
3003 Bern
Tel
+41 58 462 55 25

Ivo Strahm

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