Asiatischer Moschusbockkäfer
Der Asiatische Moschusbockkäfer (Aromia bungii) stammt ursprünglich aus Nordostasien und verursacht insbesondere in Steinobstanlagen (Prunus spp.) erhebliche Schäden. Die Larven des Käfers entwickeln sich im Holz der Bäume und schädigen diese dadurch massiv bis hin zum Absterben.

Steckbrief
Wissenschaftlicher Name: Aromia bungii
Trivialname: Asiatischer Moschusbockkäfer
Typ: Insekt
Einstufung: Prioritärer Quarantäneorganismus (Melde- und bekämpfungspflichtig)
Aktueller Befall in der Schweiz: Nein
Wirtspflanzen: Zu den Hauptwirtspflanzen zählen alle Steinobstarten (Prunus spp.), ausserdem können auch Walnussbäume (Juglans regia), Oliven (Olea europaea), Pappeln (Populus spp.), Kakipflanzen (Diospyrus kaki), Granatäpfel (Punica granatum) und Eichen (Quercus spp.) befallen werden.
Weitere Informationen auf EPPO Global Database.
Erkennung
Aussehen des Schadorganismus
Der Asiatische Moschusbockkäfer (Aromia bungii) ist glänzend schwarz mit einem roten Prothorax. Das heisst, das vorderste Segment des Brustpanzers ist rot (siehe Abbildung unten). Selten sind die Käfer komplett schwarz. Ihr Körper ist 2.3−3.7 cm lang und sie besitzen lange Antennen. Die Antennen der Weibchen sind etwa gleich lang wie ihr Körper, diejenigen der Männchen jedoch deutlich länger. Aufgrund ihrer Grösse sind sie sehr auffällig.
Die Flugzeit der ausgewachsenen Käfer erstreckt sich von Anfang Mai bis Ende September, wobei die Hauptflugzeit von Mitte Mai bis Mitte Juli dauert. Nur während dieser Zeit ist der Asiatische Moschusbockkäfer lebend zu finden.

Wirtspflanzen und Schadbild
Der Asiatische Moschusbockkäfer (Aromia bungii) verursacht insbesondere in Steinobstanlagen (Prunus spp.) erhebliche Schäden. Die Larven des Käfers entwickeln sich im Holz der Wirtspflanzen und schädigen diese dadurch massiv; dies kann bis zum Absterben der Wirtspflanzen führen.
Ein Verdachtssymptom ist das Vorhandensein von Sägemehl. Dieses befindet sich auf dem Boden rund um den Stamm oder in Astgabeln der Wirtspflanzen. Die Larven stossen das Sägemehl beim Fressen durch Löcher in der Rinde aus. Wenn die Käfer geschlüpft sind, sind zudem grosse, ovale Austrittslöcher (0.6–1.0 x 1.0–1.6 cm) sichtbar. Wird ein befallener Stamm aufgesägt, sind Frassspuren unter der Rinde sowie Bohrlöcher und gegebenenfalls Larven im Holz erkennbar.


Verbreitung
Verbreitungswege
Der Asiatische Moschusbockkäfer (Aromia bungii) stammt aus Nordostasien. In Europa ist A. bungii erstmals 2011 in Bayern (Deutschland) und 2012 in Italien aufgetreten und ist dort noch immer präsent.
Eine Einschleppung in die Schweiz ist insbesondere durch den Import von nicht behandeltem Verpackungsholz möglich, das ganz oder teilweise aus dem Holz von Wirtspflanzen des Asiatischen Moschusbockkäfers besteht. Auch die Einfuhr befallener Wirtspflanzen zum Anpflanzen birgt dieses Risiko.
Verbreitung in der Schweiz
Bisher ist der Asiatische Moschusbockkäfer in der Schweiz noch nicht aufgetreten.
Prävention und Kontrolle
Der Asiatische Moschusbockkäfer ist schwer zu bekämpfen, da sich seine Larven geschützt im Holz befinden. Hat sich der Schädling erst einmal etabliert, ist eine Ausrottung schwierig. Deshalb unterliegen Wirtspflanzen aus Befallsgebieten strengen Importauflagen. In den Befallsgebieten in China werden befallene Bäume mitsamt den Wurzeln gerodet.
Der Asiatische Moschusbockkäfer wird in der Schweiz im Rahmen der Gebietsüberwachung durch die zuständigen kantonalen Dienste in Steinobstproduktionsanlagen visuell überwacht.
Im Rahmen der Pflanzenpasskontrolle sowie bei der risikobasierten Kontrolle von importierten Pflanzen oder pflanzlichen Erzeugnissen inklusive Verpackungsholz erfolgen die Kontrollen durch den Eidgenössischen Pflanzenschutzdienst (EPSD) bzw. durch mandatierte Organisationen.
Befallssituation Schweiz
2025 wurden in 20 Kantonen insgesamt gut 65 ha Steinobstanlagen verteilt auf 100 Standorte visuell kontrolliert. Aromia bungii wurde nicht festgestellt. Die Schweiz gilt somit als frei von Befall.

Weiterführende Informationen
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Eidg. Pflanzenschutzdienst EPSD
Schwarzenburgstrasse 165
Schweiz - 3003 Bern