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Veröffentlicht am 12. Mai 2026

Asiatischer Moschusbockkäfer

Der Asiatische Moschusbockkäfer (Aromia bungii) stammt ursprünglich aus Nordostasien und verursacht insbesondere in Steinobstanlagen (Prunus spp.) erhebliche Schäden. Die Larven des Käfers entwickeln sich im Holz der Bäume und schädigen diese dadurch massiv bis hin zum Absterben.

Grosses Bild: Frassschäden unter der Rinde und Bohrlöcher von Larven des asiatischen Moschusbockkäfers. Kleines Bild: Männchen des Asiatischen Moschusbockkäfers. Die Weibchen sehen sehr ähnlich aus, haben jedoch kürzere Antennen.

Steckbrief

Wissenschaftlicher Name: Aromia bungii 
Trivialname: Asiatischer Moschusbockkäfer 
Typ: Insekt
Einstufung: Prioritärer Quarantäneorganismus (Melde- und bekämpfungspflichtig)
Aktueller Befall in der Schweiz: Nein
Wirtspflanzen: Zu den Hauptwirtspflanzen zählen alle Steinobstarten (Prunus spp.), ausserdem können auch Walnussbäume (Juglans regia), Oliven (Olea europaea), Pappeln (Populus spp.), Kakipflanzen (Diospyrus kaki), Granatäpfel (Punica granatum) und Eichen (Quercus spp.) befallen werden.

Weitere Informationen auf EPPO Global Database.

Erkennung

Aussehen des Schadorganismus

Der Asiatische Moschusbockkäfer (Aromia bungii) ist glänzend schwarz mit einem roten Prothorax. Das heisst, das vorderste Segment des Brustpanzers ist rot (siehe Abbildung unten). Selten sind die Käfer komplett schwarz. Ihr Körper ist 2.3−3.7 cm lang und sie besitzen lange Antennen. Die Antennen der Weibchen sind etwa gleich lang wie ihr Körper, diejenigen der Männchen jedoch deutlich länger. Aufgrund ihrer Grösse sind sie sehr auffällig.

Die Flugzeit der ausgewachsenen Käfer erstreckt sich von Anfang Mai bis Ende September, wobei die Hauptflugzeit von Mitte Mai bis Mitte Juli dauert. Nur während dieser Zeit ist der Asiatische Moschusbockkäfer lebend zu finden.

Männchen (links) und Weibchen (rechts) des Asiatischen Moschusbockkäfers; mit rotem Prothorax. Deutlich sichtbar sind die etwa körperlangen Antennen der Weibchen sowie die deutlich längeren Antennen der Männchen.

Wirtspflanzen und Schadbild

Der Asiatische Moschusbockkäfer (Aromia bungii) verursacht insbesondere in Steinobstanlagen (Prunus spp.) erhebliche Schäden. Die Larven des Käfers entwickeln sich im Holz der Wirtspflanzen und schädigen diese dadurch massiv; dies kann bis zum Absterben der Wirtspflanzen führen.

Ein Verdachtssymptom ist das Vorhandensein von Sägemehl. Dieses befindet sich auf dem Boden rund um den Stamm oder in Astgabeln der Wirtspflanzen. Die Larven stossen das Sägemehl beim Fressen durch Löcher in der Rinde aus. Wenn die Käfer geschlüpft sind, sind zudem grosse, ovale Austrittslöcher (0.6–1.0 x 1.0–1.6 cm) sichtbar. Wird ein befallener Stamm aufgesägt, sind Frassspuren unter der Rinde sowie Bohrlöcher und gegebenenfalls Larven im Holz erkennbar.

Sägemehl und um den Stamm eines Steinobstbaums
Frassschäden unter der Rinde und Bohrlöcher im Holz

Verbreitung

Verbreitungswege

Der Asiatische Moschusbockkäfer (Aromia bungii) stammt aus Nordostasien. In Europa ist A. bungii erstmals 2011 in Bayern (Deutschland) und 2012 in Italien aufgetreten und ist dort noch immer präsent.

Eine Einschleppung in die Schweiz ist insbesondere durch den Import von nicht behandeltem Verpackungsholz möglich, das ganz oder teilweise aus dem Holz von Wirtspflanzen des Asiatischen Moschusbockkäfers besteht. Auch die Einfuhr befallener Wirtspflanzen zum Anpflanzen birgt dieses Risiko.

Verbreitung in der Schweiz

Bisher ist der Asiatische Moschusbockkäfer in der Schweiz noch nicht aufgetreten.

Prävention und Kontrolle

Der Asiatische Moschusbockkäfer ist schwer zu bekämpfen, da sich seine Larven geschützt im Holz befinden. Hat sich der Schädling erst einmal etabliert, ist eine Ausrottung schwierig. Deshalb unterliegen Wirtspflanzen aus Befallsgebieten strengen Importauflagen. In den Befallsgebieten in China werden befallene Bäume mitsamt den Wurzeln gerodet.

Der Asiatische Moschusbockkäfer wird in der Schweiz im Rahmen der Gebietsüberwachung durch die zuständigen kantonalen Dienste in Steinobstproduktionsanlagen visuell überwacht.

Im Rahmen der Pflanzenpasskontrolle sowie bei der risikobasierten Kontrolle von importierten Pflanzen oder pflanzlichen Erzeugnissen inklusive Verpackungsholz erfolgen die Kontrollen durch den Eidgenössischen Pflanzenschutzdienst (EPSD) bzw. durch mandatierte Organisationen.

Befallssituation Schweiz

2025 wurden in 20 Kantonen insgesamt gut 65 ha Steinobstanlagen verteilt auf 100 Standorte visuell kontrolliert. Aromia bungii wurde nicht festgestellt. Die Schweiz gilt somit als frei von Befall.

Karte 2025 zur Überwachung und Befallssituation vom 4. November 2025

Weiterführende Informationen

Weitere Themen

Kontakt bei Fragen

Bundesamt für Landwirtschaft BLW
Eidg. Pflanzenschutzdienst EPSD
Schwarzenburgstrasse 165
Schweiz - 3003 Bern