Kartoffelerdflöhe
Die vier Flohkäferarten (Epitrix cucumeris, E. papa, E. subcrinita und E. tuberis) werden aufgrund ihrer Hauptwirtspflanze, der Kartoffel, als Kartoffelerdflöhe bezeichnet. Mit Ausnahme von E. papa stammen sie aus Nordamerika.

Steckbrief
Wissenschaftlicher Name: Epitrix papa
Trivialname: Kartoffelerdflöhe
Typ: Insekt
Einstufung: Potentieller Quarantäneorganismus (Melde- und bekämpfungspflichtig)
Aktueller Befall in der Schweiz: Nein
Wirtspflanzen: Die Hauptwirtspflanze ist die Kartoffel. Die Kartoffelerdflöhe können sich jedoch auch von anderen Pflanzen ernähren.
Weitere Informationen auf:
https://gd.eppo.int/taxon/EPIXCU
https://gd.eppo.int/taxon/EPIXPP
https://gd.eppo.int/taxon/EPIXSU
https://gd.eppo.int/taxon/EPIXTU
Erkennung
Aussehen des Schadorganismus
Die adulten Kartoffelerdflöhe sind 1,5 bis 2,0 Millimeter gross und schwarz. Ihr hinterstes Beinpaar ist als Sprungbeine ausgebildet; sodass die Käfer wie Flöhe springen können. Ihre Antennen und Beine sind braun bis rötlich oder gelblich gefärbt. Je nach Art und Umweltfaktoren (Nahrungsangebot, Klima) entwickeln sich eine bis zwei Generationen pro Jahr. Dabei überwintern die Kartoffelerdflöhe als adulte Käfer im Boden in einer Tiefe von 20 bis 30 Zentimetern (Diapause). Von April bis Anfang Juli verlassen die Käfer das Winterquartier und beginnen Kartoffelblätter zu fressen.
Die Weibchen legen während einer Periode von ein bis zwei Monaten bis zu 200 Eier in kleinen Gruppen neben de Wirtspflanzen in die Erde. Die weisslichen Eier sind oval und ca. 0,5 x 0,2 Millimeter gross. Einige Tage später schlüpfen die Larven und beginnen, Kartoffelwurzeln oder je nach Art auch Kartoffelknollen zu fressen.
Nach zwei bis vier Wochen verpuppen sich die Larven. Die erste Generation schlüpft von Juli bis September; bei günstigen Bedingungen folgt bis November eine zweite Generation.
Wirtspflanzen und Schadbild


Verbreitung
Vebreitungswege
Die Einschleppung von Epitrix spp. erfolgt in Form von adulten Käfern, Puppen oder Larven, insbesondere durch an den Knollen anhaftende Erde. Das grösste Risiko besteht deshalb bei Pflanzkartoffeln, da diese nicht gewaschen werden und bei der Pflanzung erneut Bodenkontakt haben.
In Europa wurden im Jahr 2004 erste Schäden durch E. papa in Portugal festgestellt. Portugal gilt heute als Befallsgebiet. Auch in Spanien haben sich Epitrix spp. verbreitet. Im Jahr 2024 wurden Epitrix spp. erstmals in der italienischen Region Emilia-Romagna und im Jahr 2025 in Kampanien gefunden.
Verbreitung in der Schweiz
In der Schweiz wurden bislang noch keiner der vier Flohkäferarten (Epitrix cucumeris, E. papa, E. subcrinita und E. tuberis) gefunden.
Prävention und Kontrolle
Prävention ist extrem wichtig, da nach einer Ansiedlung die Tilgung sehr schwierig ist. Die Flohkäferarten werden in der Schweiz im Rahmen der Gebietsüberwachung durch die zuständigen kantonalen Dienste, in Kartoffelanbauflächen mittels Knollen-Routineproben überwacht. Im Rahmen der Pflanzenpasskontrolle sowie bei der risikobasierten Kontrolle von importierten Pflanzen oder pflanzlichen Erzeugnissen erfolgen die Kontrollen durch den Eidgenössischen Pflanzenschutzdienst (EPSD) bzw. durch mandatierte Organisationen.
Befallssituation Schweiz
2025 wurden im Rahmen der Gebietsüberwachung keine Epitrix spp. festgestellt. Im Rahmen der Zertifizierung von Pflanzkartoffeln waren alle visuellen Kontrollen ebenfalls negativ. Die Schweiz gilt somit als frei von Epitrix spp.

Weiterführende Informationen
Inhaltsverzeichnis
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Kontakt bei Fragen
Eidg. Pflanzenschutzdienst EPSD
Schwarzenburgstrasse 165
Schweiz - 3003 Bern



