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Veröffentlicht am 26. Mai 2026

Ringfäule

Das Quarantänebakterium Clavibacter sepedonicus wurde erstmals in Nordeuropa beschrieben. Es verursacht die Ringfäule bei der Hauptwirtspflanze der Kartoffel. Das Bakterium ist in Russland, der Ukraine und Kreta (Griechenland) weit verbreitet.
In Nord-, Nordwest- und Mitteleuropa sind die klimatischen Bedingungen für die Krankheit günstig; im Süden Europas sind die klimatischen Bedingungen für die Etablierung der Ringfäule hingegen nicht geeignet, ausser in Bergregionen.

Links unten: Querschnitt durch eine von Ringfäule betroffene Kartoffelknolle. Rechts oben: Symptomatische Kartoffelpflanze, die mit dem Ringfäule-Bakterium infiziert ist.

Steckbrief

Wissenschaftlicher Name: Clavibacter sepedonicus
Trivialname: Ringfäule
Typ: Bakterium
Einstufung: Prioritärer Quarantäneorganismus
Aktueller Befall in der Schweiz: Nein
Wirtspflanzen: Die Hauptwirtspflanze ist die Kartoffel (Solanum tuberosum). Seltener werden auch Tomaten (Solanum lycopersicum) und Zuckerrüben (Beta vulgaris) befallen.

Weitere Informationen auf EPPO Global Database.

Erkennung

Aussehen des Schadorganismus

Clavibacter sepedonicus ist ein klar definiertes und unterscheidbares, pflanzenpathogenes Bakterium aus der Familie der Microbacteriaceae.

Verwechslungsgefahr

Die Symptome an den Knollen können mit denen verwechselt werden, die durch das Bakterium Ralstonia solanacearum verursacht werden.

Die Symptome infizierter Pflanzen treten in der Regel erst spät in der Vegetationsperiode auf und können mit denen von Kraut- und Knollenfäule, Verticillium-Welke, Stängelfäule oder Trockenheit verwechselt werden.

Wirtspflanzen und Schadbild

Symptome an den Pflanzen: Die ersten Symptome der Ringfäule zeigen sich an den unteren Blättern, entweder rund um die Pflanze oder nur auf einer Seite des Stängels. Die Blattränder rollen sich nach innen und oben, und die Oberfläche verliert ihren hellen Glanz. Die Blätter werden zunehmend matt hellgrün, dann graugrün mit gelegentlichen Flecken, anschliessend gelb und schliesslich braun und nekrotisch.

Symptome an Kartoffelknollen: Frühzeitige Infektionen lassen sich erkennen, wenn die Knolle am unteren Ende aufgeschnitten wird und schmale, glasige bis cremegelbe Zonen entlang des Gefässgewebes in der Nähe des Ausläuferendes sichtbar sind. Bei fortgeschritteneren Infektionen umgibt diese schmale, gelbliche bis hellbraune Zone das gesamte Gefässgewebe. In späteren Stadien werden der Gefässring und die verfärbte Zone weich.

Charakteristisch ist, dass sich das Gewebe ausserhalb des Gefässrings beim Zusammendrücken leicht vom inneren Gewebe trennt und cremige, käseartige Bänder aus geruchlosem Bakterienschleim mit mazeriertem Gewebe austreten. In diesen fortgeschrittenen Stadien können auch äussere Symptome beobachtet werden: rötliche bis braune Flecken um die Augen. Die Schale weist unregelmässige, oft sternförmige Risse auf.

Symptomatische Kartoffelpflanze, die mit dem Ringfäule-Bakterium infiziert ist
Querschnitt durch eine von Ringfäule betroffene Kartoffelknolle

Verbreitung

Verbreitungswege

Infizierte Saatkartoffeln sind der häufigste Übertragungsweg für Clavibacter sepedonicus. Werden erkrankte Saatkartoffeln angepflanzt, vermehren sich die Bakterien sehr schnell und wandern über die Leitbahnen in die Stängel und Blattstiele. Von dort aus gelangen sie zu den Wurzeln und den heranwachsenden Tochterknollen. Clavibacter sepedonicus überlebt im Winter in der Regel nicht im Boden. Es kann jedoch auf Kartoffelsäcken, Scheunenwänden, Maschinen und anderen Geräten überleben und infektiös bleiben.

Verbreitung in der Schweiz

Die durch Clavibacter sepedonicus verursachte Ringfäule wurde in der Schweiz noch nie festgestellt.

Prävention und Kontrolle

In der Schweiz wird die Ringfäule einerseits im Rahmen der Zertifizierung von Pflanzkartoffeln durch die Verarbeitungsorganisationen und andererseits im Rahmen der Gebietsüberwachung durch die zuständigen kantonalen Dienste, in Kartoffelanbauflächen mittels Knollen-Routineproben überwacht. Ausserdem wird sie bei der risikobasierten Kontrolle beim Import von Pflanzen oder pflanzlichen Erzeugnissen durch den Eidgenössischen Pflanzenschutzdienst überwacht.

Befallssituation Schweiz

Die Schweiz gilt somit als frei von Clavibacter sepedonicus.

Weiterführende Informationen

Weitere Themen

Kontakt bei Fragen

Bundesamt für Landwirtschaft BLW
Eidg. Pflanzenschutzdienst EPSD
Schwarzenburgstrasse 165
Schweiz - 3003 Bern