Umwelt

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Landwirtschaft und Umwelt stehen in engen Wechselbeziehungen zueinander. Die Landwirtschaft nutzt die natürlichen Ressourcen und Prozesse um Nahrungsmittel und Dienstleistungen für die Gesellschaft herzustellen. Dazu greift sie gezielt in diese Prozesse ein und optimiert sie zu Gunsten von hohen und stabilen Erträgen. Sie beeinflusst damit die Umwelt auch über die eigentlichen Agrarökosysteme hinaus.

  • Ohne Landwirtschaft wäre die Schweiz über weite Strecken mit Wald bedeckt und damit gleichförmig und zur Produktion von Nahrungsmitteln wenig geeignet.

  • Mit der Bewirtschaftung von über einem Drittel der Landesfläche schafft die Landwirtschaft wertvolle Lebensräume, fruchtbaren Kulturboden und Kulturlandschaft.

  • Zur Steigerung der Produktion greift die Landwirtschaft in die Nährstoffkreisläufe ein. Pflanzennährstoffe spielen eine wichtige Rolle bei der Ertragsbildung und der Steuerung der Qualität von Nahrungsmitteln. Dabei geht ein Teil der Nährstoffe in die Umwelt verloren. Stickstoff belastet beispielsweise als Nitrat das Grundwasser, als Ammoniak verändert er sensible Ökosysteme wie Wälder und Moore,  und als Lachgas trägt er zum Klimawandel bei.

  • Mit Bodenbearbeitung, Pflanzenschutz und Unkrautregulation schafft die Landwirtschaft optimale Bedingungen für die Kulturpflanzen. Dadurch steigt jedoch das Risiko für Bodenerosion und Eintrag unerwünschter Stoffe in Boden und Gewässer. Kulturboden geht dadurch irreversibel verloren, Pflanzenschutzmittel und deren Abbauprodukte werden in Boden und Wasser gefunden.

  • Die Haltung von Nutztieren erschliesst den Menschen Nahrungsressourcen, die er nicht direkt verwerten kann. Wiederkäuer können Zellulose in Gräsern in wertvolle Proteine verwandeln, und Schweine können Nebenprodukte der Nahrungsmittelherstellung verwerten. Mit der Tierhaltung sind jedoch auch negative Wirkungen auf die Umwelt verbunden wie Ausstoss des Klimagases Methan aus dem Wiederkäuermagen oder Tierarzneimittel, die auch mit Resistenzbildung gegen humane Krankheitserreger in Verbindung gebracht werden.

Die Schweizer Landwirtschaft ist bemüht, effizient und umweltfreundlich zu produzieren. Durch Vermeiden von Verlusten optimiert sie ihren wirtschaftlichen Erfolg und schont die natürlichen Grundlagen. Positive und negative Wirkungen der Landwirtschaft auf die Umwelt schlagen sich jedoch nur teilweise im wirtschaftlichen Erfolg des einzelnen Betriebes respektive im Preis der Produkte und Leistungen nieder. Sie wirken sich vielmehr auf die ganze Gesellschaft aus. Neben den Konsumenten, die das System über ihre Nachfrage steuern, braucht es deshalb eine Agrarpolitik, die optimale Rahmenbedingungen für eine umweltfreundliche Landwirtschaft schafft.

Verschiedenste agrarpolitische Instrumente haben einen Einfluss auf die Beziehung zwischen Landwirtschaft und Umwelt. Die Zulassung von Düngern und Pflanzenschutzmitteln ist ebenso relevant wie Direktzahlungen, die gewünschte Aktivitäten der Landwirtschaft abgelten oder staatliche und private Labels, die besonders ökologisch hergestellte Produkte ausloben. Der Fachbereich Agrarumweltsysteme und Nährstoffe des BLW befasst sich gesamthaft mit der Beziehung zwischen Landwirtschaft und Umwelt. Er betrachtet nicht einzelne Instrumente, sondern deren Zusammenwirken auf Boden, Wasser, Luft, Biodiversität und Klima. Wichtige Elemente dazu sind das Agrarumweltmonitoring oder die Erarbeitung einer Vollzugshilfe Umweltschutz in der Landwirtschaft.

Weiterführende Informationen

Letzte Änderung 23.03.2017

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Kontakt

Bundesamt für Landwirtschaft BLW Fachbereich Agrarumweltsysteme und Nährstoffe
Mattenhofstrasse 5
3003 Bern

Samuel Vogel Christine Zundel

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