Geregelte Schadorganismen
Eingeschleppte Schädlinge und Krankheiten, auch Schadorganismen genannt, können einheimische Pflanzen, die Umwelt und landwirtschaftliche Erträge ernsthaft gefährden. Besonders gefährliche Arten sind deshalb gesetzlich geregelt. Auf dieser Seite finden Sie eine Auswahl geregelter Schadorganismen mit Informationen zur aktuellen Situation in der Schweiz und zum Vorgehen bei einem Fund.
Landwirtschaft und produzierender Gartenbau
Zuständigkeit Bundesamt für Landwirtschaft (BLW)

Japankäfer
Der Japankäfer (Popillia japonica) frisst über 400 verschiedene Nutz- und Zierpflanzen und gefährdet dadurch unsere Pflanzen in der Landwirtschaft, im Gartenbau und in der Umwelt.

Ralstonia-Arten
Das Bakterium Ralstonia pseudosolanacearum lebt im Boden und kann mehr als 200 Pflanzenarten befallen.

Xylella fastidiosa
Xylella fastidiosa ist ein Bakterium, das in der Schweiz als prioritärer Quarantäneorganismus geregelt ist. Es ist besonders gefährlich für den Weinbau, den Obstbau, die Wälder und die Umwelt im Allgemeinen.

Globodera-Arten
Nematoden der Gattung Globodera sind als Quarantäneorganismen geregelt. Sie können sich negativ auf die Schweizer Ernten auswirken. Obwohl sie hauptsächlich bei Kartoffeln Schäden verursachen, können sie auch ausserhalb von Kartoffelfeldern nachgewiesen werden.

Meloidogyne Arten
Meloidogyne chitwoodi, M. enterolobii und M. fallax sind Fadenwürmer (Nematoden), die mit bloßem Auge nicht sichtbar sind und im Boden leben. Ihr Wirtspflanzenspektrum umfasst mehr als 400 Pflanzenarten.

Flavescence dorée
Die Flavescence dorée ist eine gefährliche Krankheit der Rebe, die zum Absterben der betroffenen Rebstöcke führt. Eine kurative Behandlung im Feld steht zur Zeit nicht zu Verfügung.

ToBRFV
ToBRFV ist ein Virus, das schwere Schäden an Tomaten und Paprika verursachen kann. Seit dem 1. Januar 2025 gilt es in der Europäischen Union als Geregelter Nicht-Quarantäneorganismus (GNQO).

Orientalische Fruchtfliege
Die Orientalische Fruchtfliege (Bactrocera dorsalis) befällt über 450 Nutzpflanzen und gefährdet auch in der Schweiz angebaute Kulturen wie Tomaten, Peperoni und Auberginen.

Platanenkrebs
Der Platanenkrebs ist eine Pilzkrankheit, verursacht durch Ceratocystis platani. Sie befällt ausschliesslich Platanen und kann zu deren raschem Absterben führen. Der Erreger gilt als Quarantäneorganismus.
Wald
Zuständigkeit Bundesamt für Umwelt (BAFU)
Asiatischer Laubholzbockkäfer
Der Asiatische Laubholzbockkäfer befällt verschiedene Laubholzarten und kann befallene Pflanzen innert weniger Jahre zum Absterben bringen.

Birkenprachtkäfer
Der Birkenprachtkäfer kommt ursprünglich aus Nordamerika und befällt Birkenarten. In der Schweiz sowie in Europa wurde er noch nie nachgewiesen.

Asiatischer Eschenprachtkäfer
Der asiatische Eschenprachtkäfer kommt ursprünglich aus Ostasien und befällt Eschen. Eine befallene Esche stirbt nach 1-3 Jahren ab.

Citrusbockkäfer
Der Citrusbockkäfer stammt ursprünglich aus Asien und befällt rund 100 Laubbaumarten, aber auch andere Arten wie Rosen.

Kiefernholznematode
Die ursprüngliche Heimat des Kiefernholznematoden ist Nordamerika. In Europa wurde er in Portugal 1999 erstmals nachgewiesen.

Sibirischer Seidenspinner
Der sibirische Seidenspinner ist ein Nachtfalter, der ursprünglich aus den asiatischen Teilen Russlands, Kasachstan, Mongolei, Nordkorea und Nordostchina stammt und verschiedene Nadelbäume befällt.

Plötzlicher Eichentod
Der Eipilz Phytophthora ramorum ist ein besonders gefährlicher Schadorganismus. Nicht-EU Pilzisolate (aus Nicht-EU-Ländern stammend) sind als Quarantäneorganismen, EU-Pilzisolate als geregelte nicht-Quarantäneorganismen eingestuft.

Pechkrebs der Föhre
Der Pechkrebs der Föhre wird durch den Pilz Fusarium circinatum verursacht. Der Pilz ist ein besonders gefährlicher Schadorganismus und als Quarantäneorganismus eingestuft.

Rotband- und Braunfleckenkrankheit
Erreger der Rotband- und Braunfleckenkrankheit befallen zahlreiche Föhrenarten. Der Befall führt zu Nadelverlust, wobei starker und wiederholter Befall insbesondere junge Bäume zum Absterben bringt.